Acoustic Afrika begeisterten mit einem variantenreichen Programm im Kulturzelt

Erotische Frauenpower

Ausgelassen tanzend: Kareyce Fotso (links) und Dobet Gnahoré beim Auftritt im Kulturzelt. Foto:  Schachtschneider

Kassel. Das Pressebild der Band Acoustic Africa gleicht stilistisch einer Fotografie des legendären Mount Rushmore- Denkmals, das die in Stein gemeißelten Porträtköpfe der bedeutendsten amerikanischen Präsidenten zeigt. Entschlossen, selbstbewusst und mit visionärem Blick in die Zukunft schauend, so sieht sich Amerika.

Bei den drei Sängerinnen von Acoustic Africa kommen Stolz und Selbstbewusstsein noch dazu und das trotz oder wegen der Versklavung im Rücken sowie Aids, Krieg und Hunger vor den Augen.

Außergewöhnliches Spiel

Frauenpower aus goldenen Kehlen und biegsamen Körpern, begleitet von drei Musikern, die ihre außergewöhnlichen spieltechnischen Fähigkeiten ganz in den Dienst charismatischer Weiblichkeit stellten, um der Hoffnung ein Gesicht zu geben. Im ausverkauften Kulturzelt bekam das Publikum am Mittwochabend eine Mischung aus Entertainment und Virtuosität geboten, die es in einen emotionalen Höhenrausch versetzte.

Aly Keita bearbeitete sein Balafon mit Hingabe und Präzision und man konnte über die schnellen Abschläge und die komplexen Rhythmen nur staunen. Schlagzeuger Boris Tchango beherrscht die Afrobeats ebenso wie das Fusion-Drumming und zusammen mit dem Gitarristen Zoumana Diarra hielt er das Schiff immer auf Kurs. Manou Gallo brillierte als Bassistin und Sängerin gleichermaßen. Sie verkörpert das Moderne, den Aufbruch und zeigte bei ihrem Solostück, wie man mit Overdub-Effekten geerdete Fragmente zu einer komplexen Struktur schichtet.

Im Gegensatz zur filigran vorgetragenen Instrumentalarbeit ihrer Bandkollegen explodierte Sängerin Dobet Gnahoré förmlich bei ihren äußerst erotischen Tanzeinlagen. Dynamisch und kraftvoll stand ihre Performance ganz im Zeichen energetischer Resourcen, die einen Kontinent wie Afrika nach ganz oben tragen könnten.

Ihre Kollegin Kareyce Fotso wiederum ließ es sensibler angehen und fokussierte eher die gesangliche Atmosphäre. Das Publikum hielt es gegen Ende des Konzerts nicht mehr auf den Stühlen und bei den Zugaben tanzte und feierte man ausgelassen mit der Band.

Von Andreas Köthe

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