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Sinnliche Show in der Bar Seibert

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Von: Bettina Fraschke

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Mrs. Rosie Riot beim Auftritt in der Bar Seibert.
Sinnlich: Mrs. Rosie Riot holte für eine Tanznummer auch eine beleuchtbare Peitsche hervor. © Andreas Fischer

Umjubelte Premiere für „Urbans’ Night Club“

Musicalsängerin Romana Reiff hat eine neue Show in ihrer Reihe „Abendrot“ entwickelt. „Urbans‘ Night Club verbindet Jazz und Burlesque. Die Premiere in der Kasseler Bar Seibert wurde heftig beklatscht.

Kassel - Der Montagabend in der Bar Seibert war wie im Song „All That Jazz“ aus dem Musical „Chicago“. Im Text ist die Rede davon, dass der Gin kalt ist und das Piano heiß. Romana Reiff sang den Krachertitel elegant, stimmstark, souverän. Einer der Höhepunkte ihrer neuen Show „Urbans’ Night Club“ in der Abendrot-Reihe.

Mit ihr verwandelten Jazz-Multiinstrumentalist Urban Beyer, Tänzerin Johanna Diez mit ihrem Kasseler Debüt und die Burlesque-Performerin Mrs. Rosie Riot die Kult-Cocktailbar in einen lasziven Jazz-Club voller Glamour.

Applaus und Zugaberufe im ausverkauften Haus belohnten drei musikalisch abwechslungsreiche Performance-Sets, die mit wechselnden Kostümierungen von Pailettenkleid bis Corsage, von Leinenanzug bis Negligé meistenteils hoch oben auf der goldenen Theke zelebriert wurden.

Gerade hat Inhaber Marc Seibert eine Auszeichnung des Branchenmagazins „Rolling Pin“ errungen – die Bar Seibert wurde dort unter die 50 besten Bars in Deutschland, Österreich und der Schweiz gewählt.

Musikalisch gab es ein Stelldichein der Jazzhoheiten: Mit Shirley Basseys provokantem „Big Spender“, präsentiert von Romana Reiff in tiefer Stimmlage, ging das Songprogramm los, bei Dean Martins „Sway“ pulsiert der Mamborhythmus, und Urban Beyer beschwört die magische Wirkung des Tanzens, dieses Sway, „wie ein träger Ozean, der die Küste umarmt“. Die den Blick so verengt, dass man einzig und allein Augen für das Gegenüber hat. Johanna Diez nutzte jeden Zentimeter Theke für ihre sinnlichen Tanzeinlagen im schwarzen Body.

Fast zögernd langsam und betörend sinnlich interpretierte Roman Reiff „Roxanne“ von The Police, Schwungvoll schritt Urban Beyer bei Nat King Coles „L-O-V-E“ voran, um später bei Dinah Washingtons „What a Difference A Day Makes“ in süßer Melancholie zu schwelgen – und sogar kurz die Trompete auszupacken für ein jazziges Solo oben auf der Theke. Eher sich selbst packte Mrs. Rosie Riot aus, zelebrierte – teils witzig-tollpatschige, teils elegante – Striptease-Einlagen, zu „Nights in White Satin“ einmal sogar bis auf ein paar Glitzerquasten auf der Brust, schnell wieder von Fächern verhüllt. Bei einer Tanzeinlage mit zwei fedrigen Peitschen, die sich auch beleuchten ließen, suchten dann selbst die Barmänner hinter der Theke Deckung.

Einige weitere Termine, Karten unter barseibert.de

Künstler traten in der Bar Seibert auf: Sängerin Romana Reiff in einem ihrer zahlreichen Kostüme mit Federboa.
Künstler traten in der Bar Seibert auf: Sängerin Romana Reiff in einem ihrer zahlreichen Kostüme mit Federboa. © Andreas Fischer
Künstler traten in der Bar Seibert auf: Sänger Urban Beyer.
Künstler traten in der Bar Seibert auf: Sänger Urban Beyer im lässigen Anzug. © Andreas Fischer

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