Salzmann: Festival

Erstes Meet-The Evil-Festival im Panoptikum

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Hardcore: Vincent Naundorf (Gesang) und Tim Hochschorner (Bass) von Starlight Circus.

Kassel. Die Kulturfabrik Salzmann möchte dazu beitragen, die lokale Metal-Szene zu unterstützen und veranstaltet in diesem Jahr das erste „Meet The Evil“-Festival.

Am Samstagabend waren deshalb gut 100 Festivalbesucher ins Panoptikum gekommen um sechs Bands aus Kassel und Umgebung bis in die Nacht hinein zu feiern.

Das im Festivaltitel angekündigte Böse lässt aber – zumindest erst mal – auf sich warten, denn eingeläutet wird der Abend mit Punkrock der spaßigeren Sorte. Fast eine Stunde feiern Spam aus Kassel ihre öffentliche Konzertpremiere mit ihren neun Songs, von denen die in deutscher Sprache verfassten Titel wie „Schlägerpolizist“, „Onanie“ oder „Händewaschen“ tragen. Gleichzeitig generisch wie originell verdienen die Texte ein Hinhören, weswegen Sänger Pogo trotz seines Namens vergeblich zum Tanzen auffordert.

Schlagfertig ist er aber, denn auf einen „Ausziehen“-Ruf aus dem Publikum folgt ein „Kannst du gerne machen“. Originell ist auch das Merchandising in Form von mit Bandlogo versehener Seife passend zu „Händewaschen“, die der Sänger in die Menge wirft.

Weiter geht es mit Hardcore aus Melsungen von Starlight Circus. Vincent Nauendorf und Stefan Hesse zeigen vokale Vielfalt mit emotionalem Shouten, Schreien und cleanem Gesang.

Die nächste Band Foley übertrifft Spam aber nicht nur in puncto Spaßvogelfaktor. Deren Mitglieder spielten seinerzeit bei Gutlock, die es Mitte der 2000er bis aufs Wacken Open Air schafften. Foley spielen souverän und mit viel Energie, auch während sie rumblödeln.

Thomas Lafery ist nicht nur ein guter Sänger, der versiert zwischen Schreien und cleanem Gesang wechselt, sondern auch ein großartiger Entertainer mit einer beeindruckenden Mimik und Bühnenpräsenz, der die Menge tatsächlich zum Mitmachen und Tanzen animiert. Pathetische Gesten, die beinahe ins Groteske abdriften und Ansagen auf Kölsch machen die Show von Foley durch Laferys Einlagen fast zu einer Comedy.

Danach gibt es mit Solace und Tantrum schnellen, sauberen, gut gespielten Death Metal. Sänger Jo ergänzt beide Bands mit seinen intensiven, kraftvollen Growls, und das bei zwei Sets hintereinander. Allerdings nicht lange, denn der Rest des Abend gehört Promethean Fire, die mit ihrem technischen und progressiven Melodic Death das Festival ausklingen lassen.

Von Linda Stederoth

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