Ausstellung zum 500. Reformationsjubiläum

„Luther und die Avantgarde“ in der Kassler Karlskirche

Bischhof Martin Hein

Kassel. In der evangelischen Kirche werden im Sommer 2017 Shilpa Gupta und Thomas Kilpper ausstellen.

Ihre Positionen - die indische Künstlerin plant eine skulpturale Installation, der Künstler aus Berlin eine Fotocollage - sind Bestandteil der Ausstellung „Luther und die Avantgarde“, die im Jahr des 500. Reformationsjubiläums mit 60 Künstlern in einem ehemaligen Gefängnis in der Lutherstadt Wittenberg stattfindet. Eine weitere Dependance wird es in der Matthäuskirche in Berlin geben.

Eröffnet wird in Wittenberg am 18. und in Kassel - in einem weiteren „Kernland der Reformation“ - am 21. Mai. Alle drei Präsentationen sind bis zum 17. September zu sehen. Die Schau in der Karlskirche läuft also parallel zur documenta 14. Die evangelische Kirche verstehe sie aber nicht als evangelischen Beitrag zur Weltkunstausstellung, sondern schließe sich der zentralen Ausstellung zum 500. Jahrestag des Thesenanschlags in Wittenberg an, sagte Bischof Martin Hein: „Es ist zufällig das gleiche Jahr.“

Walter Smerling, Vorsitzender der Stiftung Kunst und Kultur, die die Ausstellung ausrichtet, und Sprecher der sechs Kuratoren, skizzierte gestern in einer Pressekonferenz in der Karlskirche die Intentionen der Ausstellungsmacher. „Es geht nicht um ein Porträt Martin Luthers“, sagte Smerling, der das Museum Küppersmühle in Duisburg leitet. Viele Künstler wollten sich mit Themen beschäftigten, die vor 500 Jahren ebenso aktuell waren wie heute, etwa die Freiheit im Glauben und Denken, Religionskonflikte und die Bedeutung von Medien und Bildern.

Gupta, Jahrgang 1976, möchte eine Klangskulptur aus tausenden Mikrofonen in der Karlskirche einrichten, aus denen ein meditativer Text ertönt. Damit will sie die freie Meinungsäußerung thematisieren. Kilpper, 1956 geboren, wird sich mit Fragen von Flucht, Zuwanderung und Integration befassen. Wichtig erscheine ihm, sagte Bischof Hein. nicht die Freiheit der Kunst, sondern „die Kunst der Freiheit zu inszenieren“.

Inge Böhle, Pfarrerin der Karlskirche, blickte auf frühere Begleitausstellungen zur documenta zurück: „Das ist jedes Mal ein Wagnis für unsere Gemeinde.“ Die Erfahrungen mit zeitgenössischer Kunst als weiteres Element neben Wort und Musik seien immer ausgesprochen positiv gewesen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.