Die Volksmusikkönigin Maria Hellwig feiert heute Geburtstag und macht immer weiter

Das ewige Lächeln wird 90

Maria (rechts) mit ihrer Tochter Margot Hellwig. Foto: dpa

Man kann in sämtlichen Bildarchiven den Namen Maria Hellwig eingeben, nirgends wird man ein Foto finden, auf dem sie nicht strahlt. Die Volksmusikkönigin hat das ewige Lächeln. Mit dem wird sie heute in Reit im Winkl die Glückwünsche zum 90. Geburtstag entgegennehmen. In ihrem geliebten Café „Kuhstall“ soll es ein rauschendes Fest geben, obwohl Hellwig noch immer an den Folgen eines Sturzes leidet, der sie Anfang des Jahres zwang, alle Auftritte abzusagen.

Das Leben der Tochter eines Elektromeisters war nicht immer zum Lächeln schön. Trotzdem ist sie froh, dass „alles so gelaufen ist“, wie sie uns vor einigen Jahren in einem Interview sagte: „Ich würde alles wieder so machen.“

Also erst eine Feinkostlehre in einem Kaufladen, im Fremdenverkehrsbüro ihres Heimatortes Reit im Winkl arbeiten und sich beim Bauerntheater in ihren späteren Mann Sepp Fischer verlieben. Der fiel als Soldat in Russland. Sie blieb mit der gemeinsamen Tochter Margot zurück. Das Studium an der Münchner Musikakademie musste sie abbrechen, weil sie zum Arbeitsdienst in einer Fabrik verpflichtet wurde.

Nach dem Krieg schlug sie sich als Sängerin bei den US-Besatzungstruppen durch, trat an der Hamburger Volksoper auf und kehrte schließlich mit ihrem zweiten Mann, dem Unterhaltungsmusiker Addi Hellwig, in ihre Heimat zurück. Dort begann ihr Aufstieg, der zur Weltkarriere wurde. Sie nahm fast 200 Schallplatten auf, moderierte 500 Fernsehshows und sang in Amerika, Kanada und Japan. Sie wurde Jodel-Callas genannt und ist jetzt eine Art Johannes Heesters der Volksmusik.

Bei Auftritten mit ihrer Tochter Margot, die auch schon 60 ist, nimmt sie ihr Publikum mit auf eine Reise in eine heile Welt. Dabei ist die Welt im Alter erst recht nicht mehr heil. Nach einem Augeninfarkt kann sie nur noch schlecht sehen. Manchmal kommt es vor, dass sie Autogrammkarten doppelt unterschreibt. Aber auf der Bühne ist das egal. Schon vor fünf Jahren kündigten die Hellwigs ihren Abschied von der Bühne an - sie haben sich nie daran gehalten. Am 9. Mai will Maria Hellwig wieder für ihre Anhänger singen. „Solange man singen kann, soll man singen“, sagt sie. „Die Mami“, glaubt Tochter Margot, „hält durch, bis der Kopf ab ist.“

Von Matthias Lohr

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