Ex-Kinderstar wird WhatsApp-Songschreiberin

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Sie macht den Sound der Generation Handy: Lina alias Lina Larissa Strahl (18) hält keinen Tag ohne Selfie aus.

Als Bibi war Lina Larissa Strahl erfolgreich, nun erobert sie die Pop-Charts

Wenn Lina Larissa Strahl Autogramme gibt, fangen Sechsjährige manchmal an zu weinen. Kinder kennen die 18-Jährige aus den erfolgreichen „Bibi und Tina“-Kinofilmen, in denen Strahl eine pubertierende Hexe spielt. Die kleinen Autogrammjäger wollen, dass der Star nicht mit „Lina“, sondern mit „Bibi Blocksberg“ unterschreibt. Und sie fordern: „Zaubere uns bitte was.“ Aber Lina kann natürlich nicht zaubern. Dann gibt es Tränen.

Strahl kann das verstehen: „Ich habe als Kind genauso gedacht.“ Sie ist aber längst kein Kind mehr – und als Bibi wird man sie in nächster Zeit auch nicht erleben. Sie heißt nur noch Lina und hat gerade ihr Debütalbum als Sängerin veröffentlicht. Da „nervt es schon ein bisschen“, wenn Kinder in ihr immer noch die Bibi sehen, die sie berühmt gemacht hat.

Allein das dritte „Bibi und Tina“-Abenteuer von Regisseur Detlev Buck sahen im Frühjahr 1,5 Millionen Zuschauer im Kino. Dabei war die Teenagerin aus Seelze in der Nähe von Hannover schon Musikerin, bevor sie Schauspielerin wurde. 2013 gewann die damals 15-Jährige, die Klavier und Gitarre spielt, den Kika-Komponisten-Wettbewerb „Dein Song“. Ihr mit der Band Mia aufgenommenes Lied „Freakin’ Out“ wurde bei Youtube fast sechs Millionen Mal angeklickt. Auch „Bibi und Tina“-Soundtracks mit ihrer Stimme erreichten Goldstatus.

„Official“, das auf Rang 12 der Charts einstieg, klingt nun ganz anders. „Früher, das war auch jedes Mal ich. Aber jetzt bin ich 18 und mag es gern rockig“, sagt Lina, die privat Bands wie Green Day und 30 Seconds to Mars hört. Die 15 Songs sind eine Mischung aus Emorock, eingängigen Synthie-Pop-Melodien und ein bisschen Rap.

Man hört, dass unter anderem Peter Hoffmann (Tokio Hotel) für die Produktion verantwortlich war. Der 62-Jährige sagt über seinen neuen Schützling, sie sei eine „WhatsApp-Songwriterin“. Ständig habe sie ihm Sprachnachrichten und Selfie-Videos mit Songideen geschickt. Manchmal, sagt Lina, notiere sie sich auch etwas und schicke dies erst Wochen später weg. Trotzdem findet sie: „Je schneller, desto besser.“

Was sie postet, ist von ihr

Ein Tag ohne Selfie hält die Abiturientin nicht aus. Das glaubt man ihr sofort, wenn man ihre Posts bei Facebook und Instagram sieht: „Die sind alle von mir und nicht von der Plattenfirma.“ Ihre Mitschüler nehmen nach dem Abitur erst einmal eine Auszeit. Lina dagegen gibt Interviews zum Album, postet für ihre Fans und geht bald auf Tour.

Trotzdem findet sie nicht, dass sie in den vergangenen drei Jahren etwas verpasst hat von der Jugend: „Ich bin wie jeder andere auch, nur mit ein bisschen extra stuff.“ So reden Teenager, sie sagen nicht „Sachen“, sondern „stuff“. Auch in ihren Texten spricht Lina die Sprache der Generation Handy. Einmal heißt es: „Wer nichts zu sagen hat, redet oft am meisten.“ Es geht um Nörgler, die über andere lästern, ohne die zu kennen.

Wer Lina ist, werden die sechsjährigen Bibi-Fans nicht verstehen. Einmal wird sie vielleicht noch als kleine Hexe vor der Kamera stehen: „Aber einen fünften Teil brauche ich nicht mehr. Mit 20 möchte man nicht mehr Bibi sein.“

Lina: Official (BMG Rights). Wertung: !!!::

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