Der Watcha Clan zu Gast im Schlachthof

Ein famoses Quartett

Kassel. Auch der vorletzte Konzertabend des Kasseler Weltmusikfestivals am Freitag war ausverkauft: Der „Watcha Clan“ verbindet Drum ’n’ Bass mit nordafrikanischer Musik. Dementsprechend lag – verglichen mit anderen Veranstaltungen der Konzertreihe – der Altersdurchschnitt im Schlachthof diesmal niedriger. Und kaum drangen die ersten Töne aus den Boxen und wurde „We are one“ von der aktuellen CD „Radio Babel“ angestimmt, begannen alle im Saal zu tanzen.

Nassim im Tuareg-Kostüm ließ seinen Gumbri-Bass knarren, Matt Labesse addierte eine saftige E-Gitarre, Supreme Glem bediente stilecht im Kapuzenshirt ein ganzes Arsenal an Mischpulten und Keyboards, und Sista K setzte - im Tanz wirbelnd - ihre kraftvoll klare Stimme darüber.

Authentische Elemente

Wenn eine Definition des schwierigen Begriffs Weltmusik überhaupt möglich ist, bietet „Watcha Clan“ ideales Material hierzu. Es finden sich authentische ursprüngliche Elemente (so wird erdig a cappella zu Handtrommeln gesungen), aber es gibt auch kraftvoll ausgespielten Rock und dann eben die geschickte Synthese von Elektrobeats und globalen Loops, die Zitate aus Balkan und südlichem Mittelmeer durch die Boxen jagen. Das ist intelligent, sehr gekonnt, ziemlich tanzbar und stiltypisch ordentlich laut.

Marseille als Basis dieses famosen Quartetts erscheint dabei als der ideale Inspirationsort für den globalen Brückenschlag, der den CD-Titel „Radio Babel“ sehr berechtigt erscheinen lässt. Nur dass hier Babel für Vielfalt und nicht für Verwirrung steht, denn auch die Texte haben eine klare Botschaft.

Der Watcha Clan spielte Weltmusik für die nächste Generation. Und das Publikum zog begeistert mit.

Von Hartmut Schmidt

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