Kult-HipHopper zelebrierten ihre Bandgeschichte

Fanta 4: Riesen-Show im Kasseler Auestadion mit 8500 Fans - so war das Konzert

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Lieferten einen professionellen, routinierten Auftritt im Auestadion: Die Fantastischen Vier mit Thomas D (von links), Smudo und Michi Beck.

Kassel. Hebt die Hände in die Luft! Nehmt die Flossen hoch! Hands up in the sky! Die 8500 Fans der Fantastischen Vier in Kassel brauchen diese Aufforderungen eigentlich nicht.

Vom allerersten Ton gehen im Auestadion die Hände in die Höhe, wippen sie rhythmisch mit, werden Finger in den Himmel gestreckt.

Alles rund um die Fanta-Zeit in Kassel lest ihr hier.

Wir nennen vier Gründe, warum die Hiphopper Samstagabend ein schönes, aber kein überragendes Konzerterlebnis schufen.

Die Fantastischen Vier bewirken ein Gemeinschaftserlebnis. 

Nächstes Jahr im Juli feiern die 50-Jährigen Smudo (Michael Bernd Schmidt) und Michi Beck sowie Thomas D – bürgerlich Thomas Dürr, der Ende Dezember 50 wird – ihr 30-jähriges Bandbestehen. Die Stuttgarter sind die Pioniere des deutschen Rap-Sprechgesangs, weshalb sie im Herbst in Kassel den Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache entgegennehmen werden.

Viele Fans sind mit den Fantas älter geworden. Wenn zu den populärsten Titeln – „Was geht“, „MfG“, „Tag am Meer“, „Der Picknicker“ und und und – das Publikum wogt wie ein Weizenfeld im Wind, feiern alle auch die Erinnerung. Titel vom aktuellen Album „Captain Fantastic“ werden eher höflich-zurückhaltend registriert. „Zusammen“, der mit Clueso aufgenommene, offizielle ARD-WM-Song ist wie ein Weckruf: Plötzlich sind alle da – ulkig, wie man sofort Toni Kroos’ eruptiven, erlösenden Freistoß vor Augen hat.

Die Botschaft ist positiv und eingängig. 

Im strengen Sinn politisch sind die Fantas nicht. Ihre Gute-Laune-Musik hat wenig Ecken und Kanten. Auf der neuen Platte aber singen sie für Stimmung gegen die „Endzeitstimmung“, gegen Autokraten und Demagogen: „Der Hass pflanzt sich fort, die Liebe bleibt auf der Strecke“, so die Ansage: Abhotten für den Frieden – das ist simpel, aber nicht mehr selbstverständlich.

Die Fantas geben ordentlich Gas. 

Die Kondition der Formation in Schlabberhosen, dunklen T-Shirts und Turnschuhen ist erstaunlich. Es gibt kaum Verschnaufpausen. Smudo versucht sich beinahe jazzend auf der Trompete, Thomas D. kann den Fortnite-Zahnseidetanz und zeigt den asketischen, tätowierten Oberkörper, Michi Beck legt sich auf dem Boden ab, beim Klassiker „Die da“ pfeift Fanta-4-Mitgründer und Produzent And.Ypsilon (Andreas Rieke), die Arme verschränkt, lässig mit. Sie nutzen ohne Unterlass die Breite der Bühne, spielen Luftgitarre, singen in ein Megafon, feixen, feiern sich und spulen ihren zweistündigen Auftritt professionell ab. Im längst nicht zur Gänze gefüllten Stadion kann man sich fragen, wieviel Selbstironie bei der leicht poserhaften Attitüde mit von der Partie ist.

Die Fans sind Teil des Auftritts. 

Das Publikum wird unablässig adressiert, als „Verbündete“ auf einem gemeinsamen Weg. Mit den Kassel-Ausrufen („Sie ist weg, ab nach Kassel...“) übertreiben es die Fantas. Leider sind die Ansagen bei sonst ordentlichem Sound schwer verständlich, an den Rändern im Stadionrund franst die Aufmerksamkeit aus. Lieber wird sich unterhalten, werden Filmchen gedreht, Selfies gemacht.

Vor „Troy“ der Dank für „ein Leben, von dem man nur träumen kann“, mit hübschen Girls unter all den Veteranen: „Ihr gebt uns die Kraft, weiterzumachen. Vielen Dank für unser Leben, Kassel! Wir gehen mehr ab denn je.“ „Kein Hass“, lautet der letzte Appell, „peace, Kassel“, dann geht das Licht an. Sofort wird das Equipment abgebaut.

Fanta 4 im Kasseler Auestadion

Fanta 4 im Kasseler Auestadion
 © Andreas Fischer
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