Fantastik und Abenteuer: Jazzpianistin Connie Crothers in Kassel

Grandioses Solokonzert in der Reihe „Jazz im tif“: Die New Yorker Pianistin Connie Crothers. Foto: Schachtschneider

Kassel. „Willkommen“, sagte sie zur Begrüßung, um gleich darauf glitzernd-dissonante Akkorde in die Tasten zu zaubern. Das grandiose Solokonzert der New Yorker Pianistin Connie Crothers bei der Reihe „Jazz im tif“ war wie ein Aufenthalt in einem Garten der befreiten Töne.

Jazz kann heute sehr vieles sein. Er kann wie Pop klingen, aber auch eine Nähe zur klassischen Moderne haben, zu Komponisten wie Alban Berg und Olivier Messiaen. Connie Crothers gehört mit ihrem reichen harmonischen Vokabular ganz klar zur zweiten Richtung.

Mancher mag das als intellektuell abtun, obwohl eine freitonale Klangwelt voller Fantastik und Abenteuer ist. Vor konzentriert lauschenden 60 Zuhörern ließ die 73-Jährige schillernd-bebende Tongebilde entstehen – auf ebenso spontane wie kultivierte Weise.

Die ehemalige Schülerin des legendären Lennie Tristano vereinte meisterhaft Freiheit mit Können – beeindruckend die Unabhängigkeit ihrer Hände. Auch vertraute Elemente fehlten nicht in diesem Pianojazz für Fortgeschrittene. Eingangs gab’s einen Walking Bass und zum Ausklang eine Erinnerung an den Jazzklassiker „All the Things You Are“.

Nur selten unterbrach Crothers mit Zwischenansagen ihre Improvisationen. Ein Stück widmete sie der befreundeten Kasseler Pianistin Ursel Schlicht, die mit dem Förderverein Kasseler Jazzmusik einen Workshop der Amerikanerin in der Uni organisiert hatte. Ein Teilnehmer berichtete, dass er von Connie Crothers Tipps bekommen habe, die er nicht mehr vergessen wird.

Von Georg Pepl

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