Das Ensemble Casseler Bläserey spielte Werke von Enescu, Ibert und Raff vor 200 Besuchern im Opernfoyer

Farbenreiches, virtuoses Spiel

Spielten selten zu hörende Werke: Die Musiker der Casseler Bläserey beim Auftritt im Opernfoyer. Foto: Hedler

Kassel. Die Spielfreude zeigte sich schon im Namen: Die Casseler Bläserey, bestehend aus Bläsern des Staatsorchesters, bestritt in ungewöhnlich großer und farbenreicher Besetzung das siebte Kammerkonzert am Dienstag im Opernfoyer.

Nicht nur der farbenreiche Klang mit Flöten, Oboen, Klarinetten, Fagotten, Hörnern, mitunter auch Englischhorn und Trompete, sondern auch die selten auf Konzertprogrammen stehenden Werke erwiesen sich als hörenswert.

Mit dem Dixtuor op. 14 des rumänischen Nationalkomponisten George Enescu bildete eine formal eigenwillige und harmonisch kreativ wuchernde Komposition den Beginn. Sehnsuchtsvolle Töne trafen auf ein kunstvolles Fugato, verdichtete Dramatik traf auf lebendige Folklore. Vor allem der zweite Satz mit seinen am Beginn lyrischen, von osteuropäischen Einflüssen geprägten Klängen überzeugte.

Den Solopart im kurzweiligen, 1925 komponierten Konzert für Violoncello und zehn Bläser des französischen Avantgardisten Jacques Ibert übernahm der Solocellist des Staatsorchesters, Eugene Lifschitz. Wie in rasant geschnittenen Filmszenen ließen die Musiker effektvolle Spieltechniken, lyrische Kantilenen und breit gefächerte Akkordbrechungen durch das Ensemble wandern.

Lifschitz überzeugte nicht nur durch subjektive, sprechende Gestaltung seines Parts, sondern auch durch das bewusste Aufnehmen und Weitergeben der musikalischen Phrasen.

Nach der Pause folgte mit der Sinfonietta op. 188 des Romantikers Joachim Raff ein flächiges und eingängiges Werk, dessen flirrende Rhythmen und lyrische Melodien an Mendelssohn erinnerten. Nach einem pointiert musizierten Finalsatz bedankten sich die rund 200 Zuhörer mit begeistertem Applaus.

Von Felix Werthschulte

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