Fast wie das Original: Dylan’s Dream im Theaterstübchen

Kassels Bob Dylan heißt Jörg Götzfried: Der Frontmann von Dylan’s Dream mit seinen Band-Kollegen im Theaterstübchen. Foto: Zgoll

Kassel. Die Songs von Robert Allen Zimmerman alias Bob Dylan kennen kein Verfallsdatum. Belege dafür gibt es zahllose. Auch die Publikumsresonanz auf die Kasseler Formation Dylan’s Dream, die im bestens gefüllten Theaterstübchen aufspielte, zeugt davon. Diese Band ist weit mehr als eine Coverband.

So authentisch wie diese Musiker Dylans Musik rüberbringen, ist die Illusion von der Realität kaum noch zu unterscheiden. Das gilt besonders für den Frontmann der Gruppe. Der Hut, das Jackett, die Aura und ganz besonders der näselnde Nuschelgesang – Kassels Bob Dylan heißt Jörg Götzfried. Erfreulich ist, dass er von einer Band gerahmt wird, die prächtig harmoniert und spieltechnisch überzeugt. Juri Gretschko (Keyboard/Akkordeon), Peter Gössel (Gitarre mit starken Soli), Olli Kirsch (Schlagzeug), Sascha Koneczny (Violine) und George Culley jr. (Bass) passen einfach gut zusammen. Schade nur, dass die zweite Stimme der Sängerin Christine Götzfried zumeist ein wenig zu leise aus den Boxen kam.

Das Repertoire der Band bot einen facettenreichen Querschnitt durch Dylan-Stücke. Für jede Stimmung war etwas dabei. Romantisches wie „Mr. Tambourine Man“, mit dem einst auch die Byrds bekannt wurden, Rockiges wie „Like A Rolling Stone“ und „Mighty Quinn“, von Dylan 1967 geschrieben und von Manfred Mann’s Earth Band zum Hit gemacht. Ebenso gab es Klassiker wie „Lay Lady Lay“ und „Thunder On The Mountain“ sowie traurig schöne Stücke. „Sara“ beispielsweise ist ein Lied, das Dylan im Zusammenhang mit der Trennung von seiner Frau schrieb.

Das Publikum war von der Musik begeistert. Wenn es denn überhaupt was zu bemängeln gab, dann dass zwar prächtig gespielt, kaum aber kommuniziert wurde. Mal ein persönliches Wort über die Band oder über Dylan hätte sich gut gemacht. Das aber nur nebenbei. Das Publikum bedankte sich für den Dylan-Abend überschwänglich und bekam noch drei Zugaben serviert.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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