Jubiläumsgala der Ballettschule Dushevin

Fast profireifer Tanzgenuss

Sie war spitze: Harlekinfrau Maria Sverdlov (18). Foto: Schachtschneider

KASSEL. Es ist eine große Familie, ein Mikrokosmos mit russischen Wurzeln: Die Eltern mit ihren Kindern, die kleinen Ballettmäuse, die stolzen Ballerinen und alle, die dabei helfen, einen solchen Abend auf die Beine zu stellen. Mit einer großen Gala sowie 140 Kindern und Jugendlichen feierte die Ballettschule Dushevin im ausverkauften Opernhaus ihr zehnjähriges Bestehen.

Valery Dushevin, ehemals Tänzer des Boris-Eifman-Balletttheaters aus St. Petersburg, und seine bezaubernde Frau Jana haben mit ihrem dreistündigen Jubiläumsprogramm alle Kräfte aktiviert, mischen den klassischen Teil mit Neo-Klassik, Modern Dance und Musical-Tanz: „Denn der klassische Tanz“, sagt Dushevin, „ist die Grundlage für alles.“

Den Konflikt zwischen Klassik und Moderne choreografiert Dushevin in Szenen aus dem Kultfilm „Center Stage“, unterstützt von der Tanzgruppe „So what“ (Leitung: Anthony Franz), mit ironischem Unterton. Madita Butzbachs anspruchsvoller Solotanz als Ballerina lebt von der inneren Zerrissenheit, eine bravouröse Leistung - ebenso wie das Solo des HipHop-Tänzers Franz.

Dushevin inszeniert lockere Szenen zwischen großen Ensemble-Auftritten und kleinen, fast profireifen Tanzminiaturen; das Adagio aus „Spartakus“ tanzen Line Umbach und Arthur Haas in vollendeter Schönheit. Dushevin selbst zeigt hinreißende Sprungkraft und brilliert mit der koketten Harlekinfrau Maria Sverdlov (Kostüme: Helena Haas) in einem heiteren Pas de deux.

Solistin Anna-Stella Koch präsentiert sich als Cippolino im gleichnamigen russischen Märchenballett über einen Aufstand im Gemüsegarten frech, lustig und begabt.

Doch egal ob „Cippolino“ oder „Die Puppenfee“: Wenn die ganz Kleinen die Bühne erobern, rührend aufgeregt und mit neugierigen Blicken in den Zuschauerraum, bekommen Eltern feuchte Augen. Besonders dann, wenn ein Zwiebelchen mal seine Gruppe verloren hat und ganz allein über die Bühne hoppelt. So süß.

Zum Schluss großes Kino: Valery überreicht seiner Frau mit einem Kniefall rote Rosen, und die Eltern spenden stehend Applaus für Jana, die fast 90 Prozent des Ballettunterrichts für die Kleinen gibt.

Von Juliane Sattler

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