Fast ein Traumpaar: Adam Green und Binki Shapiro

Adam Green wurde als eigenbrötlerischer Anti-Folker berühmt, bemüht sich aber schon länger, etwas weniger kauzig zu wirken. Mit der Sängerin Binki Shapiro hat er ein Album aufgenommen, das therapeutische Beziehungsarbeit leistet.

Das Ergebnis klingt sehr selbstbewusst - und trotzdem weiß man nicht, ob Adam Green und Binki Shapiro tatsächlich das neue Traumpaar des Indiepop sind, wie es die Plattenfirma schreibt. Shapiro, die aus dem Umfeld von Beck kommt und mit ihrem Freund, dem Strokes-Schlagzeuger Fabrizio Moretti, das von Kritikern viel gelobte Projekt Little Joy betreibt, hätte es verdient, zuerst genannt zu werden. Denn sie rettet Adam Green.

Der New Yorker hat seine Crooner-Stimme zu oft Nonsens-Texten geliehen. Trotz seiner immensen Popularität in Deutschland (auch dank eines hinreißenden Konzertes 2005 im Kasseler Kulturzelt) wird er immer noch nicht richtig ernst genommen. Die Zusammenarbeit zwischen dem ewigen Jungen und der Dame ist ein spannendes Experiment, das sich aber nicht unendlich trägt.

Einige Songs gewinnen an Intimität („Don’t Ask For More“), anderen traut man hingegen nicht recht über den Weg („Casanova“). Vor allem aber brechen die allerwenigsten Lieder mit den bekannten Mustern von Greens Songs. Da mögen sich beide noch so schön umschmeicheln, musikalisch sind sie zu selbstgenügsam. Und durch eben diesen Wust rettet Shapiro. Katja Engelhardt (tx)

Adam Green & Binki Shapiro: Adam Green & Binki Shapiro (Concord/Universal).

Wertung: drei von fünf Sternen

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