Fast so gut wie Amy Winehouse: Jem Cooke im Theaterstübchen

Wie ein Schulmädchen auf einer Jahrgangsparty: Sängerin Jem Cooke. Foto: Fischer

Kassel. Großes Konzert auf kleiner Bühne. Die englische Sängerin Jem Cooke tourt das erste Mal durch Deutschland und ist überrascht, wie viel Aufmerksamkeit ihr entgegengebracht wird. Wenn sie in London für einen Club gebucht wird, bekommt sie maximal eine halbe Stunde und muss gegen einen dröhnenden Geräuschpegel anspielen.

Bei ihrem Auftritt im Kasseler Cassalla-Theater waren es zwei Stunden, und man hörte, wenn jemand am Strohhalm seiner Apfelsaftschorle herumfingerte. Veranstalter Markus Knierim vom Theaterstübchen war stolz wie Bolle, diese Künstlerin engagiert zu haben.

Jem Cooke ist 30, doch in ihrem schwarzen Cocktailkleidchen, den Turnschuhen und mit der blonden Hochsteckfrisur wirkte sie wie ein Schulmädchen auf einer Jahrgangsparty. Begleitet wurde sie von ihrem gitarrespielenden Papa Dave, und allein die Aura zwischen den beiden war schon einen Besuch wert.

Als sie erzählte, dass ihr Song „Shoes“ im besoffenen Zustand entstand, verzog Daddy keine Miene. Bei der Ankündigung von „The Same Shit Over And Over again“ gab es nur ein verständnisvolles Lächeln vom Papa. Alles klar zwischen Tochter und Vater. Auch musikalisch harmonisierten sie bestens miteinander.

Oberflächlich betrachtet war es englischer Gypsy-Pop, Jazz, Blues und Soul, den das Familienduo eindrucksvoll präsentierte. Doch eigentlich ist Jem Cooke mit ihrer unschuldigen Stimme und der viersaitigen Ukulele auf der Suche nach dem Ort, der ihr Geborgenheit und emotionale Wärme garantiert.

Dass sie sich dabei stilistisch und qualitativ im Fahrwasser von Amy Winehouse und Marit Larsen bewegt, könnte eine große Karriere mit sich bringen. Das begeisterte Publikum im Cassalla erwarb nach dem Konzert fast alle mitgebrachten CDs und wird sicherlich den Werdegang dieser außergewöhnlichen Sängerin weiter verfolgen.

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