Die Gitarristen Sönke Meinen und Judith Beckedorf in Kassel

Gitarrenkunst in der Kreuzkirche: Sönke Meinen

Kassel. Akustische Gitarrenkunst im Doppelpack wurde am Sonntag in der Kreuzkirche serviert. Farm-Sound Musicshop präsentierte zwei bemerkenswerte Vertreter der jungen deutschen Fingerstyle-Gitarrenszene: Judith Beckedorf und Sönke Meinen.

Gut 130 Besucher waren in das Gotteshaus gekommen und die hatten zunächst ihre Freude an Judith Beckedorf. Ansprechend sieht sie aus: jung, blond, Pferdeschwanz, bei den ersten Ansagen noch das Lampenfieber auf der Zunge. Ihr Gitarrenspiel hingegen verströmt Selbstsicherheit und zugleich viel Gefühl.

Mit 14 Jahren entflammte sie für akustische Gitarren und stand schon bei ihren ersten Auftritten mit Größen wie Adam Rafferty auf der Bühne. Ihr Spiel ist sehr sensibel. Die Technik ordnet sich der Zerbrechlichkeit ihrer Melodielinien unter.

Eigenkompositionen, aber auch Stücke von Stars wie Pat Metheny, Michael Jackson („You Not alone“) oder Madonna („Material-Girl“) gehören zu ihrem Repertoire. Oft belässt sie es nicht beim Spielen, sondern singt auch – zwar etwas ungeschliffen, aber mit Charisma. Zwischen den Stücken lächelt Judith Beckedorf ihre Ansagen ins Mikro: „Songs schreiben ist etwas sehr Persönliches, man braucht kein Tagebuch mehr. Der Vorteil ist: In meinen Songs kann ich lügen.“

Nach der Pause ist Sönke Meinen an der Reihe. Der in Ostfriesland geborene Musiker ist auf einem guten Weg, mal ganz groß rauszukommen und studiert derzeit bei international renommierten Lehrern. Das Gitarrenspiel des 24-Jährigen ist ungemein dynamisch, rhythmisch fesselnd, oft rasant schnell und technisch auf höchstem Niveau. Seine Palette umfasst Pop-, Jazz- und Klassikanleihen, zudem interpretiert er auch gern und großartig südamerikanische Musik. Aber auch gefühlvolle Nummern bringt er bemerkenswert eindringlich.

Das Publikum ist begeistert. Zum Abschluss musizieren Meinen und Beckedorf gemeinsam. Zum Vergnügen der Besucher interpretieren die beiden auch legendäre Ohrwürmer wie Abbas „Gimme! Gimme!“ oder Matthias Claudius‘ „Der Mond ist aufgegangen“. Das Publikum bedankte sich mit viel Applaus.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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