„Musikpaparazzo“ Florian Brauer bei der Kulturinitiative Harleshausen

Faxen auf hohem Niveau

Feinsinniges Empfinden, großes Wissen: Florian Brauer. Foto: Albrecht

Kassel. Um einen Menschen parodieren zu können, muss man sein Wesen begriffen haben. Mimik, Gestik und Aussprache - nur über ein sehr genaues Gespür gelingt es, typische Feinheiten zu erfassen, die Aufschluss über den Charakter geben. Die Kunst liegt darin, das Beobachtete treffend zu überspitzen.

Florian Brauer beherrscht diese Kunst. Am Freitagabend trat er mit dem Programm „Musikpaparazzo“ im ausverkauften Vereinshaus der Kulturinitiative Harleshausen auf. „Ich mache gern Leute nach“, sagte der 40-jährige Musik- und Biologielehrer an der Heinrich-Schütz-Schule. „Es macht mir Spaß, Menschen aufs Korn zu nehmen.“

So ganz kann Brauer den Lehrer nicht ablegen. Sein Programm will er als Fortbildung verstanden wissen. Tatsächlich: Das Publikum erfährt allerhand Neues über die Musikgeschichte. Michael Jackson verabscheute Billig-Jeans, die Teenie-Band Tokio Hotel stahl ihre Songtexte aus Stasi-Akten („Durch den Konsum“), der britische Sänger James Blunt wurde fast von Herbert Grönemeyer verprügelt. Mit Klavier, Gitarre und Nasenpfeife begleitet Brauer seine Lieder. Einmal erhält er Unterstützung von seinem Schüler Ron Görtz, der eine kleine Hip-Hop-Einlage vorträgt.

Brauers Programm zeugt von Fantasie. Seine Energie und sein Einfallsreichtum beim Umtexten und Parodieren sind scheinbar grenzenlos. Aber noch etwas schimmert durch die lustige Fassade hindurch: sein feinsinniges Empfinden und tiefes Wissen über die Musik. Das spürt das Publikum. Begeisterter Beifall und etliche Zugaben.

Von Yvonne Albrecht

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