Lisa Bassenge eröffnet mit ihren Musikern im Theaterstübchen die neue Jazz-Reihe: Frauen singen deutsch

Federleichte Songs über die Liebe

Melancholisch und poetisch: Die Berliner Jazz-Sängerin Lisa Bassenge präsentierte gefühlvolle Songs aus ihrem neuen Album „Nur fort“ im Theaterstübchen. Foto:  Schoelzchen

Kassel. „Deutsch in concert“ widmete der Kultursender 3sat einen ganzen Thementag, natürlich gestern zum Tag der Deutschen Einheit. Am Freitag zuvor eröffnete Markus Knierim, Chef des kleinen Theaterstübchens in der Jordanstraße, seine neue Jazz-Reihe: „Frauen singen deutsch“. So liegt man gewiss im Trend.

Lisa Bassenge, eine Jazzsängerin aus Berlin, macht den Auftakt. Schneewittchengesicht und gepunkteter Überwurf zum schwarzen Minikleid – so steht sie auf der Bühne und zelebriert ihre Lieder. Aus ihrem neuen Album „Nur fort“ hat die junge Künstlerin eine kleine Auswahl mitgebracht: federleichte Songs voller Melancholie und Poesie. Mit zarten Handbewegungen malt sie schwebende Linien in die Luft, wenn sie eigene Kompositionen und Cover-Versionen singt. Mit „Seit der Himmel“ wagt sich Bassenge an einen Song von Element of Crime, betont die poetische Zeile: „Bei mir geht überhaupt nichts mehr, seit sich alles um dich dreht, seit der Himmel jeden Morgen deine Augenfarbe trägt.“

Schön sind ihre Lieder und fragil wie ihr „Über Eis“, das beim Spaziergang im Winter das Wagnis der Liebe beschwört. Und wenn „the jazz voice of Berlin“ sich dem Knef-Song „In dieser Stadt“ annimmt, mit großer Subtilität in der Phrasierung und einem hörbaren Vergnügen in den metallenen Höhen, die immer auch eine Spur von Mädchenhaftigkeit in sich tragen, wird aus diesem bekannten Song ein anderer, ein Bassenge-Song eben.

Innere Tiefe

Udo Lindenbergs alter Hit „Leider nur ein Vakuum“ zum Beispiel gewinnt bei ihr, der glücklichen Mutter zweier Töchter, nur durch Verlangsamung viel an innerer Tiefe.

Vier hervorragende Musiker, Christoph Adams, Piano, Paul Kleber, Bass, Rainer Winch, Drums und vor allem der flexible Christian Kögel an der Gitarre, schaffen für die Jazzsängerin einen transparenten Raum und erspielen in den Zwischenräumen Passagen, die grooven, rocken, swingen: moderner Sound, der zuweilen in arabischen Klängen mündet, fremdländisch und irritierend schön.

Von Juliane Sattler

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