Ethnopop

Die Feenkönigin aus Gifhorn: Pop-Aufsteigerin Oonagh

Senta-Sofia Delliponti ist gerade 25, aber schon seit 12 Jahren im Showgeschäft. Als Oonagh räumte die Ethnopop-Sängerin aus Gifhorn beim Echo ab und gastiert nun in Göttingen.

An der Grenze zwischen Mexiko und Guatemala hat Senta-Sofia Delliponti aus Gifhorn gelernt, dass eine Lüge weiterhelfen kann. Die Sängerin, die sich als Oonagh einen Namen gemacht hat, war mit ihrem Team nach Lateinamerika gereist, um ein Video und Fotos zu machen.

An der Grenze wollte man sie nicht durchlassen - bis Einheimische die Geschichte erfanden, Delliponti habe einen Mexikaner kennengelernt, den sie heiraten werde. Nun wolle sie Überraschungsfotos für ihren Ehemann in spe machen. „Wo ist er denn?“, fragten die Grenzer. „An der Arbeit“, sagten die Mexikaner. Erst dann konnten Künstlerin und Fotografen weiter.

Das so entstandene Foto sieht man auf dem Cover des zweiten Albums von Oonagh, die so erfolgreich ist, dass man meint, es sei eine Lüge. Zuletzt erhielt sie gleich zwei Echos als Aufsteigerin und Künstlerin des Jahres. Von ihrem Ethnopop hat die Aufsteigerin mehr Platten verkauft als Ina Müller und Annett Louisan.

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Oonagh tritt am Samstag, 20 Uhr, mit Band in der Stadthalle Göttingen auf. Tickets beim HNA-Kartenservice, 0561/203-204.

Delliponti, die gerade 25 geworden ist, schreibt derzeit eine der ungewöhnlichsten Erfolgsgeschichten im deutschen Pop. Denn die Tochter eines Italieners und einer Bulgarin ist schon seit Ewigkeiten im Geschäft. 2003 trat sie als 13-Jährige in der Sat.1-Castingshow „Star Search“ auf. Nach dem Realschulabschluss zog sie nach Berlin und machte eine Schauspiel- und Gesangsausbildung. Sie sang im „Tanz der Vampire“-Musical und spielte von 2010 bis 2013 in der RTL-Seifenoper „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ die rebellische Tanja Seefeld.

Esoterik auf Elbisch

Und nun ist sie Oonagh, was in der keltischen Mythologie eine Feenkönigin bezeichnet und für Leichtigkeit und Kreativität steht. Auf ihrem Debüt sang sie neben Deutsch auch Elbisch, eine auf den Schriftsteller J.R.R. Tolkien zurückgehende Fantasiesprache. Auf der neuen CD „Aeria“ hört man nun Quechua, die Sprache einiger Indianervölker in Peru und Bolivien.

Delliponti kann weder Elbisch noch Quechua, dafür aber Bulgarisch. Ihre Musiksprache und ihre Themen sind universell. Es geht um den Zusammenhalt von Mensch und Natur sowie Liebe und Frieden. Dazu passt ihre sphärische Musik mit dem spirituellen Touch. Kritiker bezeichnen ihren Stil als „Weltmusik für den Ballermann“. Manchmal klingen die Melodien nach Shakira, manchmal nach den Seefahrern von Santiano, mit denen Oonagh im Studio und auf Tour war.

Delliponti ist selbst überrascht von ihrem Erfolg. „Ich habe wohl einen Nerv getroffen“, sagt sie uns im Interview. Immer mehr ihrer Freunde machen jetzt Yoga, leben vegan und suchen Halt im Glauben. Diese Menschen spricht ihr Ethnopop ebenso an wie Mittelalter-Fans. Sie selbst ist Buddhistin und schwört wegen einer Autoimmunerkrankung auf Steinzeiternährung.

Wenn ihre Berliner Bekannten sagen, lasst uns mal in die Natur fahren, antwortet sie: „Wir alle sind die Natur.“ Oft reist sie nach Gifhorn, wo ihr Vater die Pizzeria Ponti betreibt und ihre Mutter eine Musikschule aufgemacht hat. Ihr Bruder hat dort ein Bistro.

Man glaubt Delliponti das alles sofort. Selbst ihr Geständnis, dass sie noch keine einzige Folge „GZSZ“ geschaut habe, klingt nicht wie eine Lüge: „Ich war immer Fan von ,Sturm der Liebe’“.

Oonagh: Aeria (Universal).

Wertung: drei von fünf Sternen

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