Liszt-Projekt in der Musikakademie

Feier für den Erfinder

Kassel. Er sei ein „ganz anderer Kerl als Harmoniker“ geworden, gestand Richard Wagner nach dem Kennenlernen der Musik Franz Liszts. Nicht nur als Tastenlöwe, sondern auch mit neuen Klängen und Akkordfolgen hat der vor 200 Jahren geborene Liszt inspiriert. Beim gelungenen Auftakt des an zwei Abenden vorgestellten Liszt-Projekts war dieser Erfindergeist in der Musikakademie gegenwärtig.

Zum Beispiel bei „Loreley“, die von Pianistin Anita Rott in der Klavierfassung und von Chie Nagai (Sopran) und Ayako Ito (Klavier) in der Liedversion zu hören war. Der Beginn der Heine-Vertonung weist manche Gemeinsamkeit mit Wagners „Tristan“ auf.

Studierende aus den Klavierklassen von Joachim Kirschner, Michael Kravtchin und Iwan Urwalow sowie aus der Gesangsklasse von Ruth Altrock präsentierten bei dem gut besuchten Konzert Lieder und Transkriptionen Liszts. Mit Emphase sangen Hyun-Kyung Kim, Seung-Ho Shin, Chie Nagai und Chan-Yong Lee, während So-Young An, Katrin Hauschildt und - besonders ausgereift - Ayako Ito und Vera Osina den Klavierpart musizierten.

Außerdem erinnerte man daran, dass Liszt viel für den seinerzeit noch wenig bekannten Franz Schubert getan hat. Sensibel spielten Sergej Kustov und Theo Urvalov Transkriptionen von Schubert-Liedern. Eine Valse-Caprice gab es mit Chen Rui. Für das virtuose Element sorgte der 17-jährige Lifeng Liu, der den „Erlkönig“ fingerfertig wie draufgängerisch in die Tasten zauberte. Zuletzt freuten sich alle 13 Studierenden über den verdienten Applaus.

Von Georg Pepl

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