Auftakt des Kasseler Weltmusikfestivals: Corou de Berra und Les Yeux d’la Tête

Feiern bis zum Wahnsinn

Reise in die Südalpen: Corou de Berra eröffneten das Weltmusikfestival mit A-cappella-Klängen. Foto: Koch

Kassel. Mit den Parisern kam die Verrücktheit. Mitsingen war angesagt. Da tönte ein Ruf aus vielen Kehlen: „À la folie!“ Der Wahnsinn (la folie) hätte nicht fröhlicher gefeiert werden können. Die Energie von Les Yeux d’la Tête setzte in der Kasseler Sparkasse den umjubelten Höhepunkt beim Auftakt des 14. Kasseler Weltmusikfestivals.

Den sechs jungen Stimmungskanonen aus der Seine-Metropole sagt man nach, dass sie in die Spelunken von Paris wie zu einer osteuropäischen Hochzeit entführen. Zum flinken Parlieren von Benoit Savard und Guillaume Jousselin blies Eddy Lopez balkanisch heiß ins Sopransaxofon. Es war eine äußerst rasant servierte Melange aus Chanson und Gypsy-Style. Die beflügelte die Tanzlust vom Herrn mit Hut bis zum hippen Alternativen.

Den Bandnamen erläuterte Moderator Gregor Praml: Wenn etwas sehr teuer ist, dann kostet es auf Französisch „les Yeux de la Tête“ - die Augen aus dem Kopf.

Zum Sprung in die Südalpen setzte man zuvor mit Corou de Berra an. Die fünfköpfige Vokalgruppe um Michel Bianco, zu der später Instrumentalisten kamen, war nicht auf einen Stil festzulegen. Schmelzende alpine Dur-Akkorde gab’s wie archaische Tonskalen. Dabei klang der A-cappella-Beginn schöner als der ins Banale abrutschende Teil mit Instrumentalbegleitung.

Noch bis zum 16. April widmet sich das Festival der französischen Weltmusik. Das Programm stammt vom Schlachthof, Hauptsponsor ist die Sparkasse. Deren Vorstandsvorsitzender Ingo Buchholz und Oberbürgermeister Bertram Hilgen hoben den Beitrag des Kulturzentrums für Weltoffenheit und Integration hervor. Auch wurde die Vermutung geäußert, dass der Auftakt einen Publikumsrekord markierte. Denn er war mit 700 Gästen wahnsinnig gut besucht.

Von Georg Pepl

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