Bachs Weihnachtsoratorium mit Chören aus Harleshausen und Melsungen

Die Feiertage können kommen

Gedrängt: 90 Sänger füllten den Altarraum der Erlöserkirche. Sie setzten sich zusammen aus den Kantoreien Harleshausen und Melsungen. Foto:  Fischer

KASSEL. Nur einmal wurde Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium in diesem Jahr in Kassel aufgeführt. Die Erlöserkirche in Harleshausen war deshalb, wie zu erwarten, am Vorabend des 4. Advent voll besetzt. Für das Projekt „WO“ (Kantaten I-III und VI) hatten sich die Kantoreien aus Melsungen und Harleshausen zusammengetan. So entstand ein Riesenchor von 90 Sängern und bot ein Bild, das selten geworden ist: Der Altarraum der Kirche war bis auf den letzten Quadratzentimeter ausgefüllt.

Beide Chöre, die zu einem verschmolzen, gingen mit spürbarer Aufmerksamkeit ans Werk, sangen unter der Leitung der Harleshäuser Kantorin Daniela Weltecke die Choräle mit homogenem Klang und großem Ausdruck, der trotz der vokalen Quantität nie ins Monumentale abglitt. Das gilt mit nur geringen Einschränkungen auch für die schwierigeren Chorsätze wie „Jauchzet, frohlocket“ oder „Herrscher des Himmels“.

Das Harleshäuser Kammerorchester zeigte sich als ein zuverlässiger Partner und legte ein sicheres Fundament. Die „Sinfonia“ zu Beginn der zweiten Kantate war ein Höhepunkt. Besondere solistische Leistungen (Karin Völker, Flöte; Christopher Hilmes und Fiona Dancy, Oboe; Susanne Enkemeier, Violine) setzten zusätzliche Lichter am dunkelsten Tag des Jahres.

Dies kann man vom Quartett der Gesangssolisten leider kaum vermelden. Allenfalls Florian Brauer (Tenor) konnte den größeren Teil seiner Stücke mit Sicherheit gestalten. In puncto Intonation, Duktus und Ausgestaltung blieben Nicoline Hake (Sopran), Isabell Großmann (Alt) und Joachim Faulhammer (Bass) - in unterschiedlichem Maße hinter den Erwartungen an sängerische Leistung in solch einem Konzert zurück. Der Schlussbeifall fiel reservierter aus als üblich.

Von Johannes Mundry

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