Der erste Teil der Erotik-Trilogie kommt ins Kino

Fünf Gründe, warum „Fifty Shades of Grey" so erfolgreich ist

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Fühlt sich hingerissen: Studentin Anastasia (Dakota Johnson) kann sich dem Unternehmer Christian Grey (Jamie Dornan) nicht entziehen. 

Weltweit über 100 Millionen verkaufte Bücher, Übersetzungen in 52 Sprachen - die Erotik-Trilogie „Shades of Grey“ hat bereits als Buch viele Rekorde gebrochen. Am Donnerstag kommt die Liebesbeziehung der scheuen Studentin Anastasia Steele und des dominanten Milliardärs Christian Grey in die Kinos - und will die Erfolgsgeschichte fortsetzen.

Die großen deutschen Kinoketten haben bereits eine Woche vor Filmstart über 140.000 Karten verkauft. „Das ist schlicht sensationell. Und selbst bei Filmen wie „James Bond“ oder der „Herr der Ringe“-Trilogie noch nicht vorgekommen“, sagt Cinestar Geschäftsführer Oliver Fock.

Dabei trifft die Thematik eher in eine Nische: Die Autorin E.L. James entführt das Publikum in eine Welt von Sadomaso- und Fesselspielen. Wir haben fünf Gründe gesammelt, warum „Fifty Shades of Grey“ so erfolgreich ist:

1. Eines der letzten Tabus wird berührt 

Gerade für jüngere Leute ist Pornografie in der Mitte der Gesellschaft angekommen: Ex-Pornosternchen wie Sibel Kekilli ermitteln im „Tatort“, Superstars wie Madonna und Lady Gaga loten mit freizügigen Auftritten und Musikvideos die Grenzen aus. Doch Sadomaso-Sex, Peitsche und Fesseln sind für viele immer noch fremd und damit reizvoll.

2. Unterdrückte Fantasien

Der Liebe neues Leben einhauchen, mal wieder ein Kribbeln spüren und etwas Ungewöhnliches tun - Jeder zweite wünscht sich laut einer aktuellen Studie des Onlineportals Elitepartner ein aufregenderes Sexleben, möchte mehr experimentieren und wagen.

Aber nur wenige trauen sich, gegenüber dem Partner ihre Fantasien anzusprechen. „Fifty Shades of Grey“ lässt das Publikum in eine erotische Welt abtauchen und setzt die Fantasie in Gang.

3. Es geht doch um Liebe 

„Fifty Shades of Grey“ handelt nicht nur von Sex, sondern erzählt auch eine Liebesgeschichte. So lässt sich Ana zunächst nur auf die Sadomaso-Beziehung ein, weil sie glaubt Christian vor seiner dunklen Seite retten zu können - und weil sie ihn liebt.

4. Mitreden wollen 

Internationale Kritiker bezeichnen das Werk als „Mommy porn - Fantasie-Exzesse von Frauen für Frauen geschrieben“.

Gehört dazu: Auch Handschellen sind Teil von SM-Praktiken.

Aber das stimmt nicht: „Fifty Shades of Grey“ hat Sexpraktiken wie Sadomaso salonfähig gemacht, da wollen viele mitreden und werden animiert, die Bücher zu lesen. Das sorgt ähnlich wie bei „Harry Potter“ und „Twilight“ für einen Domino-Effekt.

5. Getarnte Schundliteratur  

60 Millionen E-Books sollen laut Analysten 2015 in Deutschland verkauft werden. Die Zahl der Lesegeräte steigt stetig. Das sorgt dafür, dass auch Romane, für die man sich früher geschämt hätte, ohne den verräterischen Klappentext auf dem Nachtisch liegen oder in der Straßenbahn gelesen werden.

Die Autorin

E.L. James (51) ist das Pseudonym der britischen Autorin Erika Leonard. Ihr erster Roman der erotischen Roman-Trilogie "Shades of Grey" gilt als das am schnellsten jemals verkaufte Taschenbuch. Die Mutter von zwei Söhnen lebt in London und arbeitete bei einer Fernsehproduktionsfirma. Seit 1987 ist sie mit dem Drehbuchautor Niall Leonard verheiratet. James veröffentlichte "Fifty Shades of Grey" zunächst unter dem Titel "The Master of the Universe" als Fanfiction zu Stephenie Meyers "Twilight-Saga".

Darum geht's

Die Erotik-Trilogie "Fifty Shades of Grey", bei der die Britin Sam Taylor-Johnson Regie führt, zeigt die Geschichte der schüchternen Studentin Anastasia Steele und des sieben Jahre älteren Milliardärs Christian Grey.

Auf der Leinwand verführen Jamie Dornan alias Mr. Grey und Dakota Johnson als Ana Steele das Publikum in eine Welt von Sadomaso- und Fesselspielen. Bei einem Interviewtermin für die Schülerzeitung lernt die 21-jährige Ana den 27-jährigen Christian kennen. Sein arroganter Auftritt schreckt die junge Frau zunächst ab ihr Fluchtimpuls weicht jedoch bald einer geheimen Faszination, der sie sich nicht entziehen kann.

Der Nordire Jamie Dornan (32) begann seine Karriere zunächst als Model und stand in Werbekampagnen von Calvin Klein, Armani und Hugo Boss vor der Kamera. Dornans Urgroßtante ist die Oscar-prämierte amerikanische Schauspielerin Greer Garson. Dakota Johnson (25) ist die Tochter der Schauspieler Don Johnson und Melanie Griffith. Ihr Schauspieldebüt gab die Amerikanerin 1999 in der Komödie "Verrückt in Alabama". Ihre zweite Rolle übernahm sie in dem Film "The Social Network".

"Fifty Shades of Grey" in Zahlen

Der erste Band der Erotik-Trilogie "Fifty Shades of Grey" zählt zu den am schnellsten verkauften Taschenbüchern überhaupt, Kinovorstellungen waren bereits ein Wochenende nach dem Vorverkaufsstart ausverkauft. Hier einige Zahlen rund um den Erotik-Thriller:

3 Bände voller Erotik: Die deutschen Titel der Trilogie sind "Geheimes Verlangen", "Gefährliche Liebe" und "Befreite Lust".

5 verschiedene Spielzeuge sind im Trailer zum Film zu sehen eine Maske, eine Augenbinde, eine Peitsche sowie zwei Fesseln.

4,4 Millionen Euro zahlte die amerikanische Filmproduktionsfirma Focus Features für die Filmrechte, die sie sich mit Universal Pictures teilt.

5,3 Millionen Euro soll das Penthouse von Mr. Grey in Seattle gekostet haben. 2012 wurde es verkauft jedoch ohne das rote Zimmer des Schmerzes.

14 Künstler sind auf dem Soundtrack zum Film zu hören. Darunter Beyonce, Ellie Goulding, The Weekend und Frank Sinatra.

20 Höhepunkte hat Hauptfigur Ana im ersten Teil der Trilogie. 125 mal errötet sie, 46 mal schnappt sie nach Luft.

36 Millionen Mal wurde der Trailer zum Film auf dem Videoportal Youtube aufgerufen. Er ist damit der meistgesehene Trailer überhaupt.

46 Prozent mehr Lederprodukte wurden bei dem Erotikversand Orion nach Erscheinen des zweiten Buches in Deutschland nachgefragt. Der Verkauf von Peitschen und Fesseln stieg um 20 Prozent. Nach Erscheinen des dritten Bandes stieg auch der Verkauf von Liebeskugeln um 30 Prozent.

100 Minuten lang dauert der Film. Davon sollen nach dem Onlineportal "Mr. Skin" 20 Minuten aus Sexszenen bestehen.

7300 Euro kostet die limettenfarbene Badewanne (ohne Verschiffung), die im Film zu sehen ist. Erhältlich bei blubathworks.com

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