Lachmuskeltraining, Dixie und Seifenblasenzauber beim Kasseler Komedy Klub

Ein Fest für Auge und Ohr

Magische Seifenblasen: Tom Noddy. Archivfoto:  Schachtschneider

Kassel. „Kommen Sie aus sich raus, wir wissen, dass Sie da drin sind.“ Mit dieser Aufforderung eröffnete die „Jazzpolizei“ am Montagabend im voll besetzten Gleis 1 die Neuauflage des monatlich stattfindenden Kasseler Komedy Klubs“ (KaKK). Initiator Brian O’Gott ließ mit seiner Berliner Band gleich einige witzige Dixie-Songs hören, darunter „Die Moritat von Mackie Messer“ mit Megafon-Solo.

Danach führte er wie gewohnt durchs Programm - und das war äußerst abwechslungsreich. Den Anfang machte die Wahl-Kölnerin, aber gebürtige „Südostwestfalin“ Dagmar Schönleber. Mit Gitarre und dem Lied „Wenn du mal heulen willst“ beschrieb sie in sarkastisch-humorvoller Art Situationen, in denen sich der Verlust der Tränenflüssigkeit lohnt, oder sie las mit herrlich verstellten Stimmen aus ihrem Buch „Nackt im Bus“ die witzige Geschichte über das Mädchen „Red Hat“, das ihrer Lieblingsoma Essen auf Rädern bringen will, aber dem bösen Wolfgang - Wolfi - begegnet, der sich später als Dieter Bohlen entpuppt.

Ulli Lohr aus Berlin hatte schon bei der Skizzierung seiner Kindheit im Kurhessischen Bergland viele Lacher auf seiner Seite, wuchs er doch bei einem Wanderzirkus auf und wurde also leider „von Anfang an in den Sand gesetzt“. Dann sang er auf Elvis’ „In the Ghetto“ eine ironische Hymne auf Kassel-Waldau, mit grotesk komischen Bewegungen.

Die äußerten sich bei Achim Knorr anders, etwa bei seiner Schilderung des morgendlichen Frühstücks: Da wurden Nutella und Cornflakes zu groovigen Beatboxing-Elementen. Ansonsten hatte Knorr die meisten Lacher bei Wortspielen auf seiner Seite, als er eine „Frommage“ an den Käse sang, der Kaviar beim Kauen „Störgeräusche“ machte und er einen Mitesser seine Empörung über Seife äußern ließ.

Höhepunkt war der Auftritt des Kaliforniers Tom Noddy mit seinen „magischen Seifenblasen“. Noddy brachte es fertig, eine Rauchsäule, die wie ein Tornado abzieht, ein kleines Sternensystem oder gar einen Würfel in Seifenblasenform zu pusten. Der Abend war ein Fest für Auge und Ohr, das nicht ohne Zugabe von Sänger und Gitarrist Stolle blieb, der sonst im KaKK als Tontechniker aushilft.

Von Alexander Pluquett

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