Statt Rap-Aufsteigerin Sookee kommt Amewu

Umsonst und draußen: Festival Mind the Gap bringt Kassel zusammen

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Organisiert mit seinem Team ein Festival nicht nur für Musik-Fans: Marcel Klier vom Kulturzentrum Schlachthof.

Kassel. In der Vergangenheit kamen bis zu 8000 Besucher zum Umsonst-und-draußen-Festival Mind the Gap in den Nordstadtpark. Nun steigt die sechste Auflage - mit Musik und viel Spaß für Familien.

Der Auftritt der Berliner Rapperin Sookee am Freitagabend sollte einer der Höhepunkte des Umsonst-und-draußen-Festivals Mind the Gap im Nordstadtpark werden. Doch die Aufsteigerin ist krank und hat kurzfristig abgesagt. Dafür haben die Organisatoren vom Kasseler Schlachthof einen attraktiven Ersatz gefunden, der sogar mehr ist als das: Ab 21.30 Uhr wird Sookees männlicher Kollege Amewu auf der Bühne stehen. 

Der 35-Jährige kommt ebenfalls aus der Hauptstadt, ist ebenso politisch engagiert wie Sookee und nannte sich zwischenzeitlich auch Halbgott. Zudem findet Amewu: “Viele Rapper reden zu viel, aber sie denken zu wenig.” Trotzdem muss ein bisschen reden über die sechste Auflage des zweitägigen Festivals, das am Freitag, 16 Uhr, mit DJ Rach startet.

Der Name

Mind the Gap bedeutet übersetzt so viel wie „achten Sie auf die Lücke“ und ist ein Sicherheitshinweis, der an den Stationen der Londoner U-Bahn zu finden ist. „Die Nordstadt ist eine Schnittstelle zwischen der Universität Kassel mit dem Science Park und einem Stadtteil, der nicht den besten Ruf hat. Auf diesen Spalt wollen wir aufmerksam machen und zeigen, dass man gemeinsam etwas dagegen tun und zusammenwachsen kann“, sagt Klier vom Schlachthof-Team.

Das Festival

Das Festival lockt nicht nur mit feinen Acts wie Amewu und der lustigen Indie-Punk-Band Angelika Express, die am Samstagabend den Abschluss macht, sowie viielen lokalen Künstlern wie Who killed the Lynx, Call us Janis und Kapa Tult sowie DJ Rach. Es gibt auch wieder ein Familienprogramm. „Wir verstehen uns als ein Fest für alle, auch für Familien“, sagt Klier. Das Familienprogramm wurde sogar aufgestockt: Der Mitmachzirkus Zirkutopia ist dabei.

Das Risiko

Das größte Risiko ist für die Open-Air-Veranstaltung natürlich das Wetter, doch auch sonst bietet ein Umsonst-und-draußen-Festival so einige Fallstricke für Veranstalter. „Wir nehmen keinen Eintritt, damit möglichst viele Menschen zum Festival kommen und es sich leisten können“, sagt Klier. „Wir möchten verschiedene Menschen zusammenbringen und sind ein Familienfest. Das ist unser Anspruch.“ Er könne auch verstehen, wenn sich jemand mal ein Getränk mitbringe, aber wenn Gäste mit einem Bierkasten zum Festival kommen, dann schauten eben die Veranstalter in die Röhre. „Wir sind darauf angewiesen, dass die Leute auch etwas Geld bei uns lassen und auch etwas verzehren“, sagt Klier.

Die Finanzierung

Sie war einer der Hauptgründe dafür, dass das Festival 2014 und 2015 nicht stattfand – einer der Hauptsponsoren war abgesprungen. Außerdem hatten sich Anwohner über Lärm beschwert. Klier betont, dass es sich dabei nicht um eine Beschwerde des Klinikums gehandelt habe. „Ganz im Gegenteil, dort steht man uns sehr positiv gegenüber.“ Das Festival endet seit der Wiederaufnahme vor zwei Jahren an beiden Tagen um 23 Uhr, um die Nachtruhe nicht zu stören. Außerdem habe man beim Lärmschutz technisch nachgebessert. Wichtig für das vergleichsweise kleine Veranstaltungsteam vom Kulturzentrum Schlachthof: Alle Sponsoren sind weiter an Bord. „Durch sie und durch die Unterstützung der ehrenamtlichen Helfer wird das Festival möglich“, sagt Klier. Hauptsponsor ist Wingas.

Die Logistik

Das Programm findet auf der Hauptbühne im Nordstadtpark und auch auf der Bühne im Boreal statt, dort sind vor allem lokale Künstler vertreten. Wikipedia weiß übrigens schon, dass die sechste Auflage ein Erfolg wird: Im Online-Lexikon steht in dem Text über Angelika Express bereits seit einigen Tagen, dass "die Band auf dem Kasseler Mind-the-Gap-Festival" spielte.

Alle Infos zum Festival gibt es hier.

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