Kassel Brass konzertierte in der Nikolauskirche Oberzwehren

Festliche Bläserklänge

Trompetet bei Kassel Brass: Stephan Günther. Foto: Werthschulte

Kassel. Trompeten und Pauken waren einst die Musikinstrumente von Königen und Fürsten. Entsprechend schöpfte das Blechbläserensemble „Kassel Brass“ in der Oberzwehrener Kirche St. Nikolaus von Flüe am Sonntagabend aus dem Vollen und präsentierte einen festlichen Querschnitt durch die Musikgeschichte.

Durch das eindrucksvolle Wechselspiel von Trompeten (Christian Primus, Bernd Trusheim, Florian Pohlmann, Philipp Baader, Stephan Günther) und Posaunen (Berthold Althoff, Neidhardt Bechtel, Martin Hartenbach, Ralf Krause) entstand schon zu Beginn eine Atmosphäre wie vermutlich bei einem mittelalterlichen Burgfest, auch wenn die „Turmmusik“ des Komponisten Karl Marx erst im 20. Jahrhundert entstanden war. Nach einem etwas spröden Werk von Ulrich Baudach blühten dann die Renaissance-Werke John Dowlands und Melchior Franks durch das saubere, dynamisch abgestufte Spiel der Bläser auf.

Trompeter Bernd Trusheim sorgte mit kurzweiligen Moderationen für Schmunzeln bei den 70 Zuhörern. Zwischenspiele im Bläserklang boten zudem Claudia Römer und Rainer Hartl, Mitglieder des Heeresmusikkorps 2, an Marimba und Metallofon. Gerade in ihrem rhythmischen Duostück „African Blues“ überzeugten beide mit bewegten Soli.

Die Bearbeitung der Ouvertüre zu Verdis „Nabucco“, bei der alle 15 Musiker (mit Endre Toth und Ortwin Boenke, Horn, Guido Beilborn, Tuba und Christian Friedrich, Schlagwerk) erstmals zusammenspielten, reichte nicht ganz an die Vielschichtigkeit des Originals heran. Umso stärker wirkte die an Durchschlagskraft alles übertreffende Fest-Ouvertüre von Dmitri Schostakowitsch: gekonnter Schlusspunkt eines abwechslungsreichen Programms, dem noch Humperdincks „Abendsegen“ als klangschöne Zugabe folgte.

Von Felix Werthschulte

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