Die US-Sängerin Janice Harrington zu Gast im voll besetzten Theaterstübchen

Festliches zum Mitsingen

Chorleiterin mit gespielter Strenge: Janice Harrington beim Auftritt im Theaterstübchen. Foto:  Socher

KASSEL. Was wäre das Weihnachtsfest ohne seine besinnlichen Lieder? Schön, dass es sie gibt, noch schöner aber, wenn man sie mitsingen kann. Dazu bot sich am Dienstagabend im voll besetzten Theaterstübchen die Gelegenheit.

Und wenn man dabei noch von einer Chorleiterin wie der amerikanischen Gospelsängerin Janice Harrington gerüffelt wird, macht die Sache doppelt Spaß, denn Besinnlichkeit und Humor gehen dann Hand in Hand. „Stop, ick bän de Chorleiter. Nokkmal von vorn“, mahnte sie mit gespielter Strenge, wenn jemand aus dem Publikumschor wieder mal in eine per Handzeichen gebotene Pause hineinsang. Das tat man oft und gerne, denn der Lacheffekt war auf diese Weise programmiert.

Die US-Sängerin hat nicht nur eine ausdrucksvolle Gospelröhre, sie versteht sich auch bestens darauf, ein Publikum zum Begleitchor zu machen. Bei ihrem „Christmas in New Orleans“-Programm bekommt man rasch eine sehr lebendige Vorstellung davon, wie Gottesdienste in Baptistengemeinden im Süden Amerikas verlaufen. Schwungvoll, herzlich und dynamisch: „Praise the lord. Clap your hands.“

Dass Janice Harrington über 65 und vielfache Großmutter ist, vermag man kaum zu glauben. Energie pur strömt da von der Bühne, wenn sie Klassiker wie „Oh Happy Day“, „Down by the Riverside“ oder „Glory, Glory Halleluja“ mit ihrer ausdrucksstarken Stimme zum Klingen bringt. Begleitet wurde die Künstlerin, die schon als Jugendliche in Cleveland im Gospelchor ihrer Kirchengemeinde sang, vom britischen Pianisten Simon Holliday. Auch der ist ein Original, die beiden bildeten ein herrliches Gespann. Holliday war wesentlich mehr als nur Begleitung.

Mit britischem Humor und viel Bluesgefühl in der Whiskey-Stimme eroberte auch er sich die Herzen des Publikums.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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