Sänger Max Mutzke und seine Band wurden beim Baunataler Herbstpalast vom Publikum gefeiert

Feuerwerk aus Funk und Soul

Er gibt immer alles: Max Mutzke beim Auftritt in der Baunataler Stadthalle. Foto:  Koch

Baunatal. Seine Gesangsstimme vermag er in Höhen zu katapultieren, in die ihm viele Sänger nicht folgen können. Dabei klingt sie funkig, einschneidend, soulig. Niemand würde darauf wetten, dass diese Stimme aus der Kehle eines schlanken, schmächtigen, jungen Mannes kommt, der aus dem Schwarzwald stammt.

Max Mutzke gastierte am Freitag vor 460 Besuchern in der Baunataler Stadthalle. Beste schweißtreibende Partystimmung herrschte schon nach wenigen Stücken. Mutzke und seine Band MenoPunk – die holländischen Musiker Maik Schott (Keyboard), Danny Samar (Bass) und Tobias Held (Schlagzeug) – heizten mächtig ein.

Mutzke ist ein Musiker, der eigene Wege geht, sich nicht für den Markt verheizen lässt. Das bewies er, als er 2004 Stefan Raabs Vorentscheid für den Eurovision Songcontest gewonnen hat, und Deutschland in Istanbul vertrat. Mutzke blieb auch nach dem großen Erfolg seiner Single „Can’t Wait Until Tonight“ ein Rohdiamant, der sich der Kommerzialisierung entzog.

Nach Baunatal hat er seinen Traum mitgebracht – ein eigenes Jazz-Album mit dem Titel „Durch Einander“. Aber auch „meine Juke Box“ – Black-Musik-Ohrwürmer, für die er schon in seiner Kindheit und Jugend schwärmte, hatte er im Gepäck. Das Publikum feierte Mutzkes eigene Stücke, seinen sympathischen Plauderton und diese Klassiker.

Die Klassiker am meisten. Der Grund: Bei seinen eigenen Titeln haushaltet Mutzke nicht mit seiner Stimmkraft. So funkig sie seine Band auch bringt, so mitreißend und einpeitschend Mutzke auch singt, es fehlt hier die Dramaturgie. Seine Stimme rockt gleißend wie ein Laserstrahl - der allerdings keinen Dimmer kennt. Bis auf die schwermütige Ballade „Durcheinander“ ist jedes Stück ein schweißtreibendes Feuerwerk. Und somit eigentlich nur für Partys geeignet. Wesentlich besser, weil nuancierter, ist es, wenn Mutzke seine Lieblingstitel aus der Jugendzeit bringt. Mega-Hits wie „Sunshine And Rain”, Billy Pauls „Me and Mrs. Jones“ oder „It is a Mans World“ von James Brown. Da brillierte er auf der ganzen Linie. Dröhnender Applaus.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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