Metalfolk-Band Subway to Sally mit einem verhaltenen Auftritt in Baunatal

Feuerzauber und Routine

Charismatischer Frontmann: Eric Fish von Subway To Sally beim Auftritt in Baunatal. Foto:  Socher

BAUNATAL. Fast genau vor einem Jahr sorgte die deutsche Metalfolk-Band Subway to Sally für einen furiosen Konzertabend im Musiktheater Kassel. Bei der „Kreuzfeuer“-Tour 2009, mit der sie jetzt in der Stadthalle Baunatal gastierten, war vieles anders.

Mit der kroatischen Dark-Wave-Combo Omega Lithium präsentierte man einen Support, der nicht ansatzweise die kreative Spannkraft verkörperte wie damals Mono Inc. Statisch und monoton agierte das Quartett um die blonde Sängerin Mya Mortensen, ohne dass man das Publikum aus den Startblöcken locken konnte. Und auch die Begrüßung von Subway-to-Sally–Mastermind Eric klang nach Vorbehalten, die es zu überwinden galt. Baunatal sei ihm bis dato gar kein Begriff und man müsse diesen verschlafenen Ort jetzt mal metallisch entjungfern.

Vielleicht empfand die Band dieses Konzert als grauen Alltag im Gegensatz zu der gerade beendeten China-Tournee oder den Auftritten in den großen Hallen. Alles wirkte ein wenig abgebremst und verhalten, wobei die spielerische Klasse der Musiker und die Inszenierung der Show doch auch immer wieder für Höhepunkte sorgten.

Man hat mit dem aktuellen „Kreuzfeuer“-Album gutes Songmaterial am Start. Mit Titeln wie „Judaskuss“, „Einsam will ich untergehen“ oder „Die Jagd beginnt“ gelang der Band der perfekte Spagat zwischen Anspruch und Party, der die meist in schwarz gekleideten Fans in der gut gefüllten Stadthalle ansatzweise feiern ließ.

Auch im akustisch zelebrierten Mittelteil konnte man mit älteren Kompositionen wie „Kleid aus Rosen“ punkten. Pyrotechnik und Lichteffekte erhöhten die dynamische Qualität, und Feuerzauber generierte mittelalterliche Jahrmarktsatmosphäre.

Doch die Körpersprache der Musiker verriet eine etwas gelangweilte Routine, die Akzeptanz durchschnittlicher Intensität.

Und so schwankte die Stimmung im Publikum von neutral bis begeistert hin und her. Für einen kräftigen Schlussapplaus und einige Zugaben reichte es jedoch allemal.

Von Andreas Köthe

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