Feuriges Cello: Sinfonieorchester in der Friedenskirche

Sein Ton füllte mühelos die Kirche: Solist Leonard Disselhorst. Foto: Malmus

Kassel. Englisch getönt und sehr lebendig war das Konzert des Kasseler Sinfonieorchesters in der voll besetzten Friedenskirche. Die Zuhörer bekamen vielerlei Zauber geboten - so gleich eingangs bei einem Streicherstück von Peter Warlock (1894-1930).

Dieser Komponist, ein exzentrischer Londoner, hat eigentlich Philip Arnold Heseltine geheißen und sich ein flottes Pseudonym zugelegt: „Warlock“ heißt auf Deutsch so viel wie Zauberer oder Hexenmeister.

Seine „Capriol Suite“ besteht aus sechs Tänzen im Renaissance-Stil - für Dirigent Esteban Cordi und die Streicher eine Gelegenheit, mit dem Groove der Shakespeare-Epoche zu punkten. Die rhythmische Zeitreise funktionierte blendend.

Der Höhepunkt folgte gleich darauf, denn da hatte Leonard Disselhorst (25) seinen Auftritt. Der hochbegabte Cellist stammt aus Kassel, hat schon mehrere Preise gewonnen und studiert derzeit in Berlin an der Universität der Künste. In der Friedenskirche bezauberte er als Solist von Edward Elgars spätromantischem Cellokonzert.

Disselhorst gelang eine kraftvolle, feurige Interpretation mit einem großen Celloton, der mühelos die komplette Kirche füllte. Ebenso stark: seine Zugabe, das bluesige Stück „Stonehenge“ des Ungarn Peter Pejtsik. Da rockte der Cellist herzhaft los - und bekam die verdienten Beifallsstürme.

Österreichisch-britisch dann der zweite Teil des Konzerts: Dirigent Cordi und das Orchester servierten Joseph Haydns 1795 in London uraufgeführte Sinfonie Nr. 104. Spritzige Klassik, freilich auch mit nachdenklichen Untertönen, war angesagt. Nach lebhaftem Beifall gab’s die Wiederholung des Finalsatzes.

Von Georg Pepl

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