Komiker Christian Tramitz spielt „Jerry Cotton“ - Ein Interview über Superhelden und passende Anzüge

„Fiebere mit jedem Film mit“

Er war der Ranger im „Schuh des Manitu“ und Käpt’n Kork im „(T)Raumschiff Surprise“. Christian Tramitz ist statistisch gesehen der Publikumskönig von Deutschland. Denn der studierte Philosoph und Kunstgeschichtler spielte auch in Kassenknüllern wie „7 Zwerge“, „Keinohrhasen“ oder „Neues vom Wixxer“. Jetzt kommt Tramitz als Jerry Cotton in die Kinos, unterstützt von Christian Ulmen.

Herr Tramitz, wie viele Millionen Zuschauer haben Sie schon mit Filmen verbucht?

Tramitz: Ich habe es noch nie zusammengezählt. „Manitu“ hatte zwölf Millionen, „(T)Raumschiff“ knapp zehn, „Otto“ hatte sechs so wie die „Keinohrhasen“ - wobei das ja lediglich eine Gastrolle war. Statistisch gesehen, würde ich sagen, ich habe Glück gehabt.

Eigentlich müssten Sie sich bei diesen Zahlen nichts mehr beweisen, oder?

Tramitz: Es wäre furchtbar, wenn ich so denken würde. Ich fiebere nach wie vor bei jedem Film mit. Wenn es dann einmal nicht funktioniert, kann man nichts machen - aber trotzdem würde es mich wahnsinnig ärgern.

Laut Legende soll Ihnen ein Anzug die Rolle des Jerry Cotton einbracht haben.

Tramitz: Keine Legende, sondern die Wahrheit. Christian Becker, der Produzent, hat mich in diesem Anzug gesehen und gedacht: Das könnte ein Jerry Cotton sein.

Wie groß ist die Schnittmenge zwischen Christian Tramitz und Jerry Cotton?

Tramitz: Die Schnittmenge wurde immer größer. Wir wollten keinen Superhelden à la James Bond, das wäre nach 15 Minuten langweilig geworden. Unser Jerry ist eine gebrochene Figur. Er ist ein Menschenfeind und völlig teamunfähig. Darin lag für mich der Reiz.

Sind Geheimagenten als Objekt der Satire so dankbar wie Raumschiff Enterprise und Manitu?

Tramitz: Cotton ist keine Persiflage, wir verstehen uns eher als Hommage mit hohem Tempo und realistischen Charakteren. Zwar sind auch Jerry Cotton und Phil Decker leicht überzeichnet, aber sie sind keine Knallchargen.

Gab es zwischen Ihnen und Ihrem Partner Ulmen ein Rennen, welcher der Coolere ist?

Tramitz: Es war klar festgelegt, wer hier der coole Christian ist - und der heißt nicht Ulmen.

Monica Cruz ist so hübsch wie ihre Schwester Penélope, aber sie spricht nur Spanisch - wie hat das funktioniert?

Tramitz: Aus dem Drehbuch wusste ich ja, was Monica sagt. Problematisch war nur, dass ich nie genau wusste, wann sie etwas sagt. Es gab allerdings Schlüsselworte, auf die ich reagieren konnte.

Waren Sie eigentlich früher selbst ein Cotton-Fan?

Tramitz: Nein. In der Schule sagte man, das wäre Schund und wir sollten besser Bambi lesen. Ich habe mich allerdings für Asterix entschieden.

Wie geht es einem Komiker, wenn er sich mit fremden Federn schmücken muss?

Tramitz: Mir hatte das Drehbuch gut gefallen. Trotzdem wollte ich mich mit Vorschlägen einbringen, weil ich normalerweise nie hundertprozentig den Text sage, der vorgegeben ist - aber die Regisseure waren eisern und haben mir das einfach verboten.

Haben Sie sich etwa vom Jaguar E korrumpieren lassen?

Tramitz: Das ist absolut richtig. Leider durfte ich den Jaguar nicht als Souvenir behalten - wobei er da auch schon gar nicht mehr richtig fuhr. Traumwagen hin oder her, das Fahrgefühl ist vor allem anstrengend.

Von Dieter Osswald

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