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Haie, Helden, Weihnachtsmützen: Werke von John Williams bringen Herzen zum schmelzen.

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Überraschungsauftritt: Der Kinderchor Cantamus des Staatstheaters erhielt den emotionalsten Beifall des Abends.
Überraschungsauftritt: Der Kinderchor Cantamus des Staatstheaters erhielt den emotionalsten Beifall des Abends. © Dieter Schachtschneider

Das Staatsorchester Kassel kombiniert Filmhits mit Festtagsgefühlen. Da marschiert Darth Vader neben Indiana Jones. Zahlreiche weitere Termine für das Filmmusikkonzert sind geplant.

Kassel – Das Staatstheater Kassel hat ein fulminantes Filmmusik-Programm im Repertoire. Die Botschaft scheint angekommen zu sein – am Donnerstagabend war kein freier Platz im Opernhaus zu sehen. Erstaunlich weit gefächert versammelte sich da eine Besucherschar mit großer Altersspanne vom Schulkind bis zur Großmutter. Da musste ein Happening beginnen.

Und das Staatsorchester Kassel lieferte – in Perfektion und Spiellaune. Hier und da blitzte eine knallrote Weihnachtsmann-Mütze in den Reihen der Musiker auf. Oder bei den Damen ein silbern-glitzernder Heiligenschein. Dabei ging es im Programm so gar nicht weihnachtlich zu. Der weiße Hai zeigte seine Zähne, Indiana Jones schwang seine Peitsche und die Sternenkrieger aus „Star Wars“ zückten ihre Lichtschwerter – alles Musik aus der Feder von John Williams.

Der erfolgreichste Filmkomponist aller Zeiten feiert am 8. Februar seinen 92. Geburtstag. Das Staatstheater hat ihn eingeladen – er hat nicht geantwortet. Aber als mannshoher Pappaufsteller ist er gegenwärtig.

Hat er auch Weihnachtsmusik geschrieben? Überraschenderweise ja. Für den Film „Kevin allein zu Haus“ – kennen wir doch alle. Darin gibt es einen Kinderchor – das war die Überraschung des Abends und stand nicht auf dem Programm: Der komplette Cantamus-Chor, der Kinderchor des Hauses, drängte auf die Bühne. Ein berührender Moment, zudem alles auswendig gesungen und mit dem emotionalsten Beifall des Abends belohnt, schlicht beglückend. Das Orchester agierte mal wieder auf hohem Niveau. Da ist jedes Pult von einer Meisterin, einem Meister besetzt. So muss es bei John Williams auch sein. Das ist trickreich, welche harmonischen Finessen Williams einfordert (maximal in „Unheimliche Begegnungen der dritten Art“), dazu rhythmische Fleißarbeit mit vertrackten Synkopen beim Marsch der Krieger von Darth Vader. Alles sehr schlau, aufpeitschend und punktgenau dirigiert von Kiril Stankow, eine Topbesetzung als Kapellmeister. Er hatte auch fleißige Unterstützer. Beispielsweise Konzertmeister Razvan Hamza – innig, aber nicht sentimental sein Violinsolo beim Hauptthema aus „Schindlers Liste“.

Ovationen im Stehen, die ganz große Party. Wer es verpasst hat, müsste weinen. Doch bis Juli hat das Staatstheater acht weitere Termine angesetzt. Karten sichern und Vorfreude hegen.

Weitere Aufführungen im Opernhaus am 12., 17.2., 12., 26.3., 14.5., 3., 16.6., 22.7. staatstheater-kassel.de

Von Andreas Günther

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