Wiedersehen der Teilnehmer

Finale im Dschungel: Es ist geschafft!

„Das große Wiedersehen“ der Dschungelcamp-Teilnehmer am Sonntagabend auf RTL war nicht für alle Kandidaten eine Freude. Einige Beziehungen sind nach 16 Dschungel-Tagen absolut zerrüttet. Zeit für einen allerletzten Text.

Es ist geschafft. Überstanden. Erfolgreich absolviert. Das Dschungelcamp 2013 ist Geschichte. Mit einem Überraschungssieger, wie man jetzt weiß: Camp-Küken Joey Heindle hat „Muddi“ Olivia Jones mit 53,21 Prozent der Anrufe und SMS erst auf den letzten Metern abgefangen, wie RTL mitteilte. Die Travestiekünstlerin und Kneipenbesitzerin von der Reeperbahn hatte von Anfang an vorn gelegen (am 18. Januar hatte Olivia 38,79 Prozent der Stimmen, Joey 16,18 Prozent) und ihren Platz bis zur Sendung vor dem Finale verteidigt. Erst im Halbfinale am 25. Januar holte Joey deutlich auf (Olivia: 37,02 Prozent, Joey: 36,61 Prozent).

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„Wir alle haben ihm auf den Thron geholfen“, sagte Olivia in der RTL-Rückschau am Sonntagabend, als die schönsten Szenen wieder und wieder gezeigt, zerlegt, zergliedert und in allen Facetten kommentiert wurden. Der ausgebildete Beikoch Joey schlug prompt vor, man solle die Gemüse-Krone in 13 Teile schneiden. Wer ist der Dreizehnte, fragte ihn Moderatorin Sonja Zietlow - im Camp waren zwölf Kandidaten. Und dass dem TV-Publikum ein Heiratsantrag für die Ewigkeit verloren ging, gab Joey auch bereitwillig zu: Als er in der Samstagssendung vor seiner Freundin Jackie niederkniete, hatte er ja keine Ringe. So bleibt die Krönung zum Dschungelkönig „der schönste Tag in meinem Leben“.

Olivia bestritt, den mitunter - nun ja - etwas minderbemittelt wirkenden Joey „manipuliert“ zu haben: „Ich hab den gehütet und erzogen“, meinte der/die 43-Jährige. Joey, von Olivia zwischenzeitlich zur „Transe“ umgeschminkt, meinte tatsächlich: „Ich bin jetzt mehr Mann geworden.“

Als „kleine Selbstfindungs-Tour“ (Fiona) sahen sie das Camp alle. Sogar der einstmals schönste Mann der Welt, Ex-Ludwig II. Helmut Berger, konstatierte nuschelnd: „Ich bin von meinem hohen Pferd ein bisschen runtergeflogen.“ Fiona will an ihrer Impulsivität arbeiten („einfach Fresse halten und abwarten“), Claudelle hat sich „ganz neu erlebt“ und zu sich selbst gefunden, und Ex-Dagobert Arno Funke hat auch etwas gelernt, nämlich „dass es Menschen gibt wie Georgina, sowas“.

Joey lud alle seine Camp-Mitbewohner „zur Neueröffnung von meiner neuen Wohnung“ ein. Ob die alle gern kommen, ist allerdings die Frage. Manches Verhältnis darf als endgültig zerrüttet gelten. Einige Konflikte brachen vor laufender Kamera wieder auf. Katzenberger-Mamas Iris Klein verweigerte Fiona Erdmann eine Entschuldigung, Fiona wollte mit Olivia nicht anstoßen. „Ich bin froh, wenn ich zu Hause bin“, sagte sie, unter liebenswerten und liebenswürdigen Menschen. „Friede, Freude, Eierkuchen“ bringe eben keine Sendezeit, stellte Fiona mit sehr gequältem Lächeln fest, aber die Vorwürfe an sie - die von Bulimie bis zum Befehlston einer Diktatorin reichten - hätten ihr wehgetan.

Olivias Versuch, all die boshaften Äußerungen im Camp abzuschwächen und zu rechtfertigen („das war lustig gemeint, als Salz in der Suppe“), klang angesichts dessen, was RTL an fiesen Lästereien zusammenschnitt, ein bisschen zu glatt und billig. „Alles nur ein Spiel“, wie Iris behauptete? Dann ist es ein widerwärtiges Spiel. Kleiner Ausschnitt erwünscht? Empfindliche Gemüter sollten bitte den folgenden Absatz überlesen!

„Guck mal Qualle an, die muss quasi morgens ihr Gesicht neu modellieren.“ „Supermodel für Hundeknochen.“ „Voll der Störfaktor.“ „Arrogante Tussi.“ „Die hätte sich das Hirn aufspritzen sollen.“ „Die sehen wir entweder in der psychiatrischen Klinik oder beim Schönheitschirurgen.“ „Geh doch zu Hause, du alte Scheiße.“ „Wie kann man sein Kind als Arschloch erziehen?“ Lattenschuss. Totalschaden. Bitch. Möchtegerndiva. Schlange. Kleine Prinzessin. Kleines Mädchen. Böse Frau. Etc. etc.

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Man kann also die Sorge um eine Verrohung der Gesellschaft durchaus nachvollziehen. Aber für alle Teilnehmer war das Camp natürlich eine „Mega-Erfahrung“.

Und was haben wir Zuschauer ganz zum Schluss gelernt? Dass Helmut Berger und Olivia einander mit Zunge küssen (Olivia: „Ich bin quasi seine Fummelwiese“) und dass Claudelles Brüste „nicht echt“ sind. Dass es im Knast, anders als im Dschungel, „ein richtiges Bett und halbwegs Vernünftiges zu essen“ gibt (Arno). Dass Silva Gonzales jetzt Georgina Bülowius’ kleine Schwester an der Backe hat. Dass Patrick Nuo seine Pornosucht nur beichtete, weil sie Thema seiner neuen Single und seiner künftigen „Musik-Strategie“ ist. Vieles also, was wir gar nicht wissen wollten.

Der letzte Satz sollte aber dem Dschungelkönig gehören, Joey „Let’s getti to Joey“ Heindle, der eine weise Warnung aussprach: „Liebe Zuschauer, ihr dürft niemals ins Dschungelcamp gehen.“

Von Mark-Christian von Busse

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