Ein fischiges Musikvergnügen: "Salout Salon" eröffnet Baunataler Sommer

Holen den Haifisch nach Baunatal: Jennifer Rüth (von links), Angelika Bachmann, Sonja Lena Schmid und Iris Siegfried begeistern als „Salut Salon“ ihr Publikum mit einer fischigen Musikshow. Foto: Koch

Baunatal. „Und der Haifisch, der hat …“ – Ja, Zähne hat er, aber er schwimmt im Aquarium und möchte raus. Das ermöglichen ihm, zumindest musikalisch, vier Frauen aus Hamburg, die sich „Salut Salon“ nennen. Mit ihrem neuen Programm „Ein Haifisch im Aquarium“, das sie bei nicht weniger als 14 Auftritten im Hamburger Thalia-Theater festgezurrt haben, gaben sie nun am Freitagabend die Eröffnung des Baunataler Sommers.

Was Angelika Bachmann, Iris Siegfried (Geige), Jennifer Rüth (Klavier) und Sonja Lena Schmid (Cello) zu bieten haben, ist „Musik plus“. Ausgezeichnete Musikerinnen sind sie alle vier, doch legen sie ein Showtalent auf die Bühne, das den Abend zum Ereignis macht. Mit großem Vergnügen setzen sie sich zwischen alle Stühle, spielen Mussorgski, Schuberts „Forelle“ oder – um beim Angeln zu bleiben – aus dem Cellokonzert des „Angel-Sachsen“ Edward Elgar.

Immer wieder kommt der Hai zu Ton. Vom Leiselsee in Baunatal schwimmt er über die Alster, die Elbe, die Moldau in die Donau (!), über Istanbul und Ägypten bis nach China – natürlich nach Schang-Hai. Keines der angespielten Stücke von Smetana, Strauss oder Mozart bleibt original. Immer stimmt etwas nicht an den Arrangements.

Nach der Pause und einem etwas ruhigeren Teil, unter anderem mit einem französischen Chanson auf Plattdeutsch, schaltet das Quartett den Turbogang zu. Nun gerät der Hai aus dem Blickfeld, an seine Stelle tritt eine singende Säge oder das Kinderlied vom Bruder Jakob, das durch die musikalischen Epochen wandert. Die Geigen, das Cello und das Klavier werden schon lange nicht mehr nur auf die übliche Weise gespielt, eine gute Portion Akrobatik kommt hinzu, die das Publikum zu Beifallsstürmen herausfordert.

Nur die zweite Geige scheint nicht zufrieden, auch wenn sie in einem Lied das Gegenteil behauptet und sich von der ersten absetzt („Die findet keinen Mann“). Erst nach zwei Zugaben lassen die Zuhörer das Quartett ziehen.

Von Johannes Mundry

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