Singer-Songwriter Gregor Meyle bringt Wolfhager Kulturzelt zum Kochen

Flauschige Pop-Perlen

Feierte mit 1200 Fans ein rauschendes Fest: Gregor Meyle im Wolfhager Kulturzelt. Foto: Hoffmann

Wolfhagen. Was bitteschön war denn das? Da geht man am Samstag in Erwartung eines lauschigen Singer-Songwriter-Abends ins Wolfhager Kulturzelt, um dann nach mehr als zweieinhalb Stunden klatschnass geschwitzt und mit heiserer Stimme den Heimweg anzutreten – im Gesicht ein Dauergrinsen, in den Ohren die Hits jenes Herren, der gerade einen der wohl eindrucksvollsten Auftritte der Kulturzeltgeschichte auf die Bühne gelegt, nein, geschmettert hat: Gregor Meyle.

Er ist auf den ersten Blick ein unscheinbarer Typ. Doch er versteht es, sein Publikum binnen Sekunden abzuholen und mitzunehmen in seine selbstgebaute Welt aus flauschigen Pop-Perlen und exakt so viel Rock’n’Roll, dass die Temperaturen im Zelt dauerhaft im oberen Saunabereich bleiben.

Oberste Liga der Pop-Poeten

Meyle ist bei seinem Auftritt charismatisch, ausgesprochen sympathisch, ein guter Geschichtenerzähler und hervorragender Musiker noch dazu. Warum musste da erst Xavier Naidoo kommen, um ihn vor drei Jahren mit der Show „Sing meinen Song“ in die oberste Liga der Deutsch-Pop-Poeten zu katapultieren? Das dürften sich am Samstagabend vor allem diejenigen gefragt haben, die schon 2007 dabei waren, als Meyle vor gerade einmal 300 Fans in den Teichwiesen erste Wolfhager Sympathiepunkte einsammelte. Gelohnt jedenfalls hat es sich. Nicht nur, weil der 37-Jährige dieses Mal das Zelt kurzerhand mit rund 1200 Besuchern ausverkauft hat – sondern auch, weil er seine durchweg großartige Band nahezu komplett der TV-Show zu verdanken hat. „Sie sind die besten Musiker Deutschlands, sorgsam ausgewählt wie die Haselnüsse für Hanuta“, sagt Meyle. Allen voran die zauberhafte Laura Bellon, die dem Singer-Songwriter als Zweitstimme immer dann zur Seite stand, wenn es besonders romantisch werden sollte.

In „Heute Nacht“ etwa, einem von vielen Höhepunkten des Abends, zu denen nicht nur Hits wie „Hier spricht mein Herz“ oder „Du bist das Licht“ zählten. Dazu gehörte auch der auf Live-Tauglichkeit gepimpte Titel „Frei mit Dir“, der sich Dank einer fast zehnminütigen Wahnsinnsversion und Meyles ureigenem Teufelsgeiger Christian Herzberger zum umjubelten Soundtrack eines rauschenden Festes mauserte. Das war nur noch durch eine Unplugged-Fassung des Titels „Kleines Lied“ zu toppen, mit dem Meyle und seine Kombo diesem denkwürdigen Konzert zwar einen leisen, aber doch ganz großen Schlusspunkt setzten.

Von Sascha Hoffmann

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