Ein Kammerkonzert des Heeresmusikkorps 2 im Bundessozialgericht

Flexible Spieler der oberen Liga

Musikalische Premiere im Bundessozialgericht: Feine Bläserkammermusik mit Solisten des Heeresmusikkorps 2. Foto: Koch

Kassel. Der neu gebaute Elisabeth-Selbert-Saal im Innenhof des renovierten Bundessozialgerichts hat seine musikalische Premiere gut bestanden. Von warmer Akustik ist er, bietet Raum für 200 Besucher und nimmt offenbar keinen Schaden, wenn ein 19-köpfiges Bläserorchester aufspielt. Am Mittwochabend fand ein Kammerkonzert des in Kassel ansässigen Heeresmusikkorps 2 zugunsten des Fördervereins Louis-Spohr-Stiftung statt. 170 Zuhörer waren gekommen und folgten dem vielfarbigen, annähernd dreistündigen Programm mit Begeisterung.

Musiker wie Juristen müssen aus den vorhandenen Papieren interpretieren. So wie die Richter des Bundessozialgerichts die hohe Kunst der Gesetzesinterpretation beherrschen, so beherrschten die Musiker die Interpretation der Noten. Die Verbindung von Recht und Musik, die im Deutschlandlied endete, hatte also ihre Berechtigung.

Neun verschiedene Besetzungen vom „Bassman“, dem Klarinettisten Christian Schmidt, der mittels Tonaufzeichnung und Wiedergabe mit sich selbst im Ensemble spielte, bis zum kleinen Blasorchester, das als Höhepunkt einen kurzen Querschnitt aus Louis Spohrs Oper „Jessonda“ bot, waren zu hören. Von Giovanni Gabrieli aus der Renaissance bis zu jungen Komponisten der Gegenwart reichte die historische Dimension.

Originalkompositionen wie die zwei Klarinettenquartette von Patrick Hiketick („Dansa Latino di Maria del Real“) und Xavier Eeckeelot („Best of Marches“) standen neben Bearbeitungen wie der kuriosen Fassung der Ouvertüre zu „Figaros Hochzeit“ für fünf Blechbläser oder der originellen Version eines der Mendelssohn’schen „Lieder ohne Worte“ für Marimbafon und Vibrafon.

Die Musiker, die den Abend bestritten, waren, wie es nicht anders zu erwarten war, aus der obersten Liga, ein jeder ein Meister, fähig zum Zusammenspiel in jeder Kombination. Perlend, frisch, überaus flexibel gab sich jeder aus der Truppe von Reinhard Kiauka, der durch das Programm führte und erneut für den Verbleib des Musikkorps in Kassel warb.

Von Johannes Mundry

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