Der Comedian Masud begeisterte im Vellmarer Piazza

Flirttipp mit Tampons

Bitterböse: Masud beim Auftritt im Piazza. Foto: Fischer

Vellmar. Zu Beginn sagte der Berliner mit persischen Wurzeln zu den Besuchern, sie könnten ruhig nach der Pause gehen, ihr Geld bekämen sie aber nicht zurück. Am Samstag begeisterte Comedian Masud die vorwiegend jungen Zuschauer in Vellmar mit seiner auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftigen Impro-Comedy „Who the fuck is Masud Akbarzadeh?“.

Masud ist krass. Der 35-Jährige mit dem fluffigen Kraushaar-Pferdeschwanz, der im Alter von einem Jahr nach Deutschland kam und vor Kurzem bei Dieter Nuhr im Fernsehen auftrat, kennt keine Grenzen, keine Regeln. Er plaudert ohne erkennbare Dramaturgie.

Als Comedian steigt Masur etwa in die Welt der Underdogs, der Pfandflaschensammler. Da Frauen auf erfolgreiche Männer stünden, habe er ein Pfandflaschen-Sammelunternehmen gegründet. Es komme gut an, wenn er im Restaurant mit Pfandgutscheinen bezahle.

Als Single stelle er sich im Supermarkt neben die Regale mit den Tampons, dort sei die Chance, mit einer Frau anzubandeln am größten. Seine große Liebe habe er im Krematorium kennengelernt, dort hätten sie vor dem Feuer Sex gehabt.

Masud kommuniziert immer wieder direkt mit dem Publikum: Er fragt etwa die Vertreterin der Presse, was sie da eigentlich schreibe und wie lange sie das schon mache. Nach der Pause holt er drei junge Leute zum Mitmachen auf die Bühne. Zwei durften Baum sein, ein junges Mädchen war Eichhörnchen. Die Inszenierung hieß „Im Park“. Des Weiteren ließ der Komiker die drei aber stehen, kümmerte sich nicht um sie. Erst nach einigen Minuten bat er um Applaus und entließ seine Bühnengäste. Auch mit der deutschen Sprache beschäftigt sich Masud. Worte wie „Sternschnuppe“ regten ihn auf. Es sei, als würde der Stern sagen, „ich fall’ jetzt runter, ist mir schnuppe“.

Masur ist ein sensibler, bitterböser Clown mit Talent und Intelligenz. Nicht von ungefähr trägt er ein Clownskostüm, grünes Samtjackett, eine rote Fliege aus Plastik, richtig weite Hosen. Sein Konzept ist es, sich keinem Konzept zu fügen. Großer Applaus.

Von Gesa Esterer

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