Neu im Kino: Joe Wrights Film „Wer ist Hanna?“ ist eine faustdicke Action-Überraschung

Auf der Flucht nach Berlin

Das ist Hanna: Die 17-jährige Saoirse Ronan überzeugt als Hauptdarstellerin in Joe Wrights Actionthriller. Foto: dapd

Wer ist Hanna? Diese Frage stellt sich nicht allein das Kino-Publikum, diese Frage stellt sich Hanna (Saoirse Ronan) selbst. Der gleichnamige Film führt seine Titelheldin als geschickte Jägerin in verschneiten, einsamen Weiten ein. Auch die Hütte, in der die Teenagerin mit ihrem Vater (Eric Bana) wohnt, entzieht sich jeder zeitlichen Einordnung.

Gewiss ist, dass Erik Heller seine Tochter mit liebevoller Strenge nicht nur zu einer vielsprachigen Weltbürgerin, sondern auch zur ultimativen Kämpferin erzieht, die diverse Waffen und Kampfsportarten virtuos beherrscht. Irgendwann treibt es Hanna aus der Isolierung. Sie entscheidet sich für ein Leben unter den Menschen, das nach den Schilderungen ihres Vaters ein sehr gefährliches sein wird. Erik hat nicht zu viel versprochen.

Hanna landet in den Fängen der eiskalten CIA-Agentin Marissa Wiegler (Cate Blanchett), deren dunkle Vergangenheit Überschneidungspunkte mit der Familie Heller kennt. Die Mauern und Wachen des Hightech-Kerkers können Hanna freilich nicht lange halten. Über Marokko reist das Mädchen nach Berlin, wo nicht nur der Vater, sondern auch die bösen Geister der Vergangenheit warten.

Regisseur Joe Wright hat sich mit dem unverstaubten Kostümfilm „Stolz und Vorurteil“ und der Romanverfilmung „Abbitte“ einen Namen gemacht. Saoirse Ronan, bei „Abbitte“ gerade mal 13 Jahre alt, wurde als beste Nebendarstellerin für den Oscar nominiert. Nach einer nicht minder eindrucksvollen Vorstellung in Peter Jacksons „In meinem Himmel“ gibt die heute 17-Jährige als Hanna ihren Einstand als Action-Heldin.

Hartes Training, eine fantasievolle Choreografie und exzellente Kameraarbeit machen die Kampfszenen zur adrenalinintensiven Augenweide für Action-Fans. Die Geschichte ist für das Genre des oft gradlinigen (Rache-)Thrillers erstaunlich anspruchsvoll, der Zuschauer muss am Ball bleiben, um den Anschluss nicht zu verlieren. Ein gerüttelt Maß an Humor und eine berührende Mädchenfreundschaft erden die Story in der Realität.

Gedreht wurde in Finnland und Marokko, ein Löwenanteil des Filmes entstand allerdings in Deutschland, wobei man Postkartenansichten von Hamburg oder Berlin vergeblich suchen wird. Als besonders stimmungsvolle Kulisse erweist sich das verwaiste Vergnügungsareal „Spreepark“. Für eine adäquate musikalische Umrahmung sorgen die Chemical Brothers. Und wer ist nun Hanna? Allem Anschein nach die Actionthriller-Überraschung des Jahres.

Genre: Action / Thriller

Altersfreigabe: ab 16

Wertung: !!!!:

www.hna.de/kino

Von André Wesche

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