Schauspiel-Film-Collage „Hey Du“ vom Theater Chaosium

Flüchtiger Kontakt

Konzentriertes Spiel: Helena Tillert (links) und Kirsten Vent spielen eine kurze Begegnung auf der Bühne. Foto: Zgoll

Kassel. Busse, Bahnen, Haltestellen sind nicht nur Mittel auf dem Weg von A nach B. Sie sind auch Orte möglicher Begegnung, möglicher Berührung. Für ein paar flüchtige Augenblicke können wir uns näher kommen – oder aber aneinander vorbeischauen. „Hey Du – Geschichten aus dem Liniennetz“ heißt die aktuelle Produktion des Theater Chaosiums. Viel Beifall gab es dafür bei der Premiere am Mittwoch von den vollen Rängen im Dock 4.

Die Inszenierung ist eine pfiffige, tiefsinnige, aber auch sehr witzige Collage, die Filmsequenzen mit dem Spiel auf der Bühne verbindet. Sehr gelungen ist die Idee, dass der rote Faden, der sich durch die kurzen Geschichten und Momentaufnahmen fädelt, zwischen Leinwand und Bühne hin- und herwechselt.

Menschen im Liniennetz: Eine junge Frau, die ihrer kranken Oma Tee und Obst bringen möchte, eine andere, die sich aufgeregt auf den Weg zu ihrem Blind Date macht. Eine kesse Jugendliche, die sich Kaugummi kauend und zur Musik ihres MP3-Players auf die Sitze einer Straßenbahn flegelt. Rentner, die sich genau darüber beschweren –„diese Jugend von heute“. Eine Gruppe von Menschen, die beim Versuch, Fahrpläne zu lesen, in Wut ausbricht.

All das ist mal im Film, mal auf der Bühne zu sehen. Dem Theater Chaosium gelingt überzeugend ein sensibles und zugleich schwereloses Zusammenspiel der Darsteller. Lob auch für die Regie von Lotta Heinisch und Dirk Radunz. Das Publikum bedankte sich mit viel Applaus.

Es spielten: Susanne Meusch, Kirsten Vent, Matthias Müller, Andreas Winkler, Sabine Masuch, Heidrun Budig, Helena Tillert, Wolfgang Diel, Gerhard Brunsch, sowie nur im Film Daniela Hoffmann und Brigitte Meinert.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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