Verein Ohrenkratzer präsentierte ein Konzert mit Tanz und Musik im Dock 4

Von der Flüchtigkeit des Seins

Zwischen Tanz und Musik: Ulrike Lentz (von links), Bettina Helmrich, Marina Konovalova und Eiko Yamada führten ein poetisches Spiel auf. Foto:  Ammermüller

Kassel. Was Bestand haben soll, wird in Stein gemeißelt. Doch wie ist es umgekehrt, wenn etwas von Bestand mit Leben gefüllt wird? Das Quartett Bettina Helmrich (Tanz), Marina Konovalova (Tanz), Ulrike Lentz und Eiko Yamada (Blockflöten) setzte sich am Samstagabend im Dock 4 mit dieser Frage auseinander: Wie die Flüchtigkeit von Bewegung und Musik Raum schafft und beide in Beziehung zueinander treten können.

Das Konzert „Elective Affinities - Wahlverwandtschaften“ mit internationaler Besetzung präsentierte der 2009 gegründete Verein Ohrenkratzer, eine Kooperative für neue Musik. Weitere Töne umkreisten den ersten und traten in eine Beziehung, die frei von Motivbindungen und Tonleiterspiel war und doch zu einer Form zusammenwuchs. Ulrike Lentz und Eiko Yamada erforschten den Raum mit ihrem Flötenspiel, abwartend, tastend und dann wieder fordernd. Eine Bewegung, überraschend, abrupt.

Grenzen erfahren

Der Raum wurde von der Bewegung ebenfalls durchforscht, Grenzen wurden erfahren, Freiräume gewonnen, Nähe gesucht und zurückgewiesen. In drei Teilen ließ das Quartett Bewegung und Musik kommunizieren. Die Starre der festen Form wurde gemeinsam gelöst, um schließlich in der Flüchtigkeit des Seins zu vergehen. Ein poetisches Spiel, welches neue Räume für Auge und Ohr eröffnete und die Grenzen von Klang und Bewegung neu definierte.

Von Kirsten Ammermüller

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