Der ungewöhnliche britische Musiker Denis Jones gastierte im Dock 4

Folk, garniert mit Schleifen

Origineller Musiker: Denis Jones . Foto: Socher

KASSEL. Ein origineller Brite, der Musiker und Loop-Künstler Denis Jones, enterte am Mittwochabend das Kulturhaus Dock 4. Loop (englisch: Schleife) bedeutet etwas Ähnliches wie der Begriff Ostinato in der klassischen Musik: eine wiederholte Tonfolge. Loops werden aber mit technischen Geräten erzeugt. Genau dies macht Jones’ Auftritte spektakulär.

Denn beim Betätigen seines Zubehörs entfaltet der vor dem Konzert so ruhig wirkende Künstler eine irrwitzige Energie. Da spielt er ein paar Takte an der Gitarre, schaltet an Knöpfen und drückt Pedale mit in Ringelsocken gehüllten Füßen.

Zwischendurch singt er mal eine Melodie, mal ein perkussives Muster, das wie eine Hi-Hat klingt. Vielschichtige, dichte Gebilde mit einem tranceartigen Rhythmus und gewürzt mit schrägen Geräuschen bauen sich in der Überlagerung der akustischen Schleifen auf.

Nun könnte man dies als Spielerei abtun. Jones, dessen Stil als Folktronica oder Future Folk bezeichnet wird, hat noch mehr zu bieten. Seine emotionale Balsamstimme spricht unmittelbar an. Und seine Songs, etwa das wohlige „Sometimes“, haben genug Substanz, um auch in konventioneller Folk-Aufmachung bestehen zu können.

Das kleine, aber feine Publikum im Zwischendeck des Dock 4 wusste die Darbietung des Engländers zu schätzen.

Von Georg Pepl

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