Das Landesjugendsinfonieorchester Hessen unter Dirigent Nicolás Pasquet spielte in Baunatal

Mit Format und eigener Note

Schwere Konzertmusik: Das Landesjugendsinfonieorchester Hessen und sein Leiter Nicolás Pasquet in der Stadthalle Baunatal. Foto: Fischer

BAUNATAL. Am Ende gab es ein prächtiges Gewitter. Mit der Polka „Unter Donner und Blitz“ von Johann Strauss verabschiedete sich am Samstagabend das Landesjugendsinfonieorchester Hessen von seinem begeisterten 120-köpfigen Publikum in der Baunataler Stadthalle. Das Ergebnis der Winterarbeitsphase des jungen Orchesters, in dem auch viele Musiker aus Nordhessen mitspielen, wurde präsentiert.

Das Programm umfasste drei bekannte Werke. Zu Beginn Gioachino Rossinis Ouvertüre zur Oper „Wilhelm Tell“, ein Paradestück, vor dem auch Profiorchester gehörigen Respekt haben. Der hessische Musikernachwuchs war von der ersten Sekunde an hundertprozentig aufmerksam bei der Sache. Die wunderschön spielende Cellogruppe gab mit ihrer Introduktion den anderen Gelegenheit, sich zu konzentrieren. Im feurigen Abschluss gelangen das Zusammenspiel sowie rasante Läufe und Akkorde außerordentlich gut.

Dann hatte der 16-jährige Geiger Nathan Mierdl seinen großen Auftritt. Das aus Frankfurt stammende, am Pariser Conservatoire studierende Wunderkind spielte den Solopart in Max Bruchs berühmtem g-Moll-Konzert, und er tat dies mit einer brillanten Technik und einer sehr gelungenen Einfühlung in das spätromantische Konzert. Gleich zwei Solostücke von Johann Sebastian Bach gab er als Zugabe.

Die zweite Symphonie von Johannes Brahms ist schwere Konzertmusik, nicht unbedingt ein Werk für die Jugend. Doch was der aus Uruguay stammende Dirigent Nicolás Pasquet mit den Musikern daraus gemacht hat, bewies Format und eine eigene Note: schnell, fast ruppig der erste Satz, breit, doch mit hübschen Akzenten der zweite, munter, wenn auch mit kleinen Abstimmungsproblemen das Allegretto, aufgedreht das Finale.

Pasquet dirigierte auswendig und brauchte dabei keine pathetischen Gesten. Er hatte das Orchester jederzeit bestens im Griff und justierte mit kleinen, aber wirkungsvollen Zeichen das schöne Konzert.

Von Johannes Mundry

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