Fotobuchfestival: Spanien und Portugal sind zu Gast

Zeigt ein Fotobuch: Sonia Berger aus Spanien. Foto: Hörcher

Kassel - Aliens, bunte Tauben und halbnackte Ex-Soldatinnen - das und mehr zeigen die Bilder spanischer und portugiesischer Fotografen beim Fotobuch-Festival in der documenta-Halle in Kassel.

Die Afrikaner wollten zum Mond fliegen - bereits 1964, fünf Jahre bevor die Amerikaner es schafften. Damals gründete ein Lehrer in Sambia eine Akademie für Raumforschung. Von der ist nun nichts mehr übrig.

Bei der spanischen Fotografin Cristina De Middel lebt die Geschichte weiter. Sie nahm sich die historische Tatsache zum Vorbild und brachte 2011 im Eigenverlag das Fotobuch „The Afronauts“ heraus - eine fiktive Dokumentation. Bei De Middel gelingt die Raumfahrt-Mission. Die Afrikaner treffen sogar Außerirdische.

„Das Buch verkaufte sich sehr gut und gab eine Initialzündung für die Entwicklung von Fotobüchern in Spanien“, erklärt Dieter Neubert, Veranstalter des siebten Fotobuchfestivals, das noch bis Sonntag in der documenta-Halle zu sehen ist. Derzeit werden laut Neubert die interessantesten und wichtigsten Fotobücher in Spanien und im Nachbarland Portugal produziert. Deswegen sind dies die Gastländer.

Nicht weniger kurios, aber wahr ist die Geschichte, die der spanische Fotograf Ricardo Cases in seinem Band „Tauben in der Luft“ erzählt. Darin geht es um eine Gruppe von Männern in Valencia und Murcia, die Tauben anpinselt, bis sie bunt wie Papageien sind und damit ein Wettfliegen veranstalten.

In Portugals Hauptstadt Lissabon wurde ein Buch mit dem Titel „Dinge hier und Dinge, die noch kommen“ verlegt. Fotograf José Pedro Cortes zeigt darin Bilder von der Stadt Tel Aviv und von vier jungen jüdischen Frauen, die dort leben. Es sind Migrantinnen aus den USA, die zuvor zwei Jahre Wehrdienst für Israel geleistet haben.

Warum sie auf den Fotos halb nackt sind, wisse er selbst nicht so genau, sagt Verleger André Principe. „Möglicherweise, weil sie sich in ihren Häusern aufhalten - also in ihrer privaten Umgebung.“ Aber im Prinzip gebe er die Frage zurück an den Betrachter.

Veranstaltung: documenta-Halle, Samstag, 10-19.30 Uhr, Sonntag, 10-17.30 Uhr.

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