Das Deutsche Theater in Göttingen kooperiert in der neuen Spielzeit mit der Georg-August-Universität

Fragen stellen an die Wissenschaft

Wird Theaterspielstätte: Die Göttinger Kirche St. Jacobi. Foto:  nh

Göttingen. „Was wissen wir?“, fragt das Deutsche Theater in Göttingen als Motto der Spielzeit 2011/12. „Und was wissen wir nicht?“, ergänzte Intendant Mark Zurmühle bei der Vorstellung des Programms für die kommende Saison. Wissenschaft ist das Oberthema des Theaters aus Anlass des 275-jährigen Bestehens der Georg-August-Universität. Kaum eine andere Stadt ist so mit ihrer Universität verbunden wie Göttingen.

In vielfältiger Weise werden Theater und Uni zusammenarbeiten, das Theater will sich neue Blicke auf die Kunst erschließen. Zum Beispiel beim Stück „Kopenhagen“ (1. Oktober) von Michael Frayn über Werner Heisenberg und Niels Bohr, in dem es um die Entwicklung der Atombombe geht - hier sollen heutige Physiker Fragen zur Verantwortung der Wissenschaft im 21. Jahrhundert diskutieren. Im kommenden Jahr wird dieser Schwerpunkt fortgeführt.

Zweite wichtige Säule des neuen Spielplans ist die Öffnung des Theaters für junge Menschen. Schon mit der Eröffnungspremiere setzt das Theater ein Ausrufezeichen. Am 24. September öffnet sich der Vorhang mit dem Musical „West Side Story“, bei dem mit den professionellen Darstellern junge, multikulturelle Tänzer aus Göttingen auf der Bühne stehen werden und ihr Können in Streetdance oder HipHop in die Geschichte der unmöglichen Liebe zwischen Tony und Maria in New Yorker Straßenbanden einbringen. Zusätzlich will das DT einen Raum für junge Menschen schaffen, Zukunftsbilder zu entwickeln, so Zurmühle.

Ein Jahr lang arbeitet das Theaterlabor „No Go Lab“, ein Großprojekt, in dem 100 Jugendliche mit Künstlern auch aus den Sparten Film, Musik und Tanz zusammenarbeiten. „Theater heißt, Möglichkeiten für gesellschaftliche Veränderungen zu sehen, sein eigenes Potenzial auszubauen und Teamgeist zu stärken“, formuliert Zurmühle erhoffte Effekte des Vorhabens, für das ab sofort junge Interessenten gesucht werden.

Zum Ende der Spielzeit gibt es ein weiteres Spezialprojekt: Das Theater zeigt Hugo von Hofmannsthals Mysterienspiel „Jedermann“. Gespielt wird in der gotischen Kirche St. Jacobi in der Innenstadt in Kooperation mit Pfarrer Harald Storz und Kirchenmusiker Stefan Kordes, der die Orgel und die Kantorei in die Inszenierung einbeziehen wird.

Weitere Schwergewichte der Saison sind das Familiendrama „Fest und Begräbnis“ nach dem Film von Thomas Vinterberg (15. Oktober), eine eigens erstellte Bühnenfassung von Thomas Manns Mammutroman „Der Zauberberg“ (12. Januar) sowie die Antikenbearbeitung „Phädra“ von Jean Racine (5. Mai).

Als Weihnachtsstück für Kinder wird „Peter Pan und die Insel der verlorenen Jungs“ gezeigt (26. November).

Von Bettina Fraschke

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