Frankfurterin Namika ist die neue Lieblingssängerin

Vor einem Jahr kannten nur Insider Namika. Nun hat die Frankfurter Sängerin ein Nummer-1-Album und 3 Echo-Nominierungen. Im Juni gastiert die Aufsteigerin im Kulturzelt Wolfhagen.

Seit voriger Woche steht die Frankfurter Sängerin Namika quasi auf einer Stufe mit Adele und Helene Fischer. Die 24-Jährige wurde gleich dreimal für den Echo nominiert - genauso oft wie die beiden Superstars. Auch dank des Hits „Lieblingsmensch“ landete ihr Album „Nador“ auf Rang eins der Charts. „Davon hätte ich nie zu träumen gewagt“, gesteht Namika im Interview mit unserer Zeitung. Wir stellen die Aufsteigerin vor, die am 6. Juni im Kulturzelt Wolfhagen auftritt.

Die Sängerin 

Namika ist bereits der dritte Name der Deutsch-Marokkanerin. Geboren wurde sie 1991 in Frankfurt als Hanan Hamdi. Ihr Debüt als Rapperin feierte sie 2013 unter dem Namen Hän Violett. Auf ihrem im Juli erschienenen Album „Nador“ mischt sie nun Beats mit Soul und Pop-Melodien. Man könnte es Songwriter-HipHop nennen. Dazu passt ihr neuer Künstlername Namika, der im Marokkanischen „die Schreiberin“ bedeutet.

Wir wissen nicht, was „die Handballerin“ in der Sprache ihrer Eltern heißt, aber so hätte sie sich auch nennen können. Bis zum Abitur spielte sie mit der HSG Mörfelden-Walldorf in der dritten Jugendliga. Aus dieser Zeit kennt sie Nationalspieler Steffen Fäth von der HSG Wetzlar. Auch deshalb hat sie sich im Januar gefreut, als die Deutschen Europameister wurden.

Der Hit 

Vielleicht lief in der Kabine der Nationalmannschaft damals „Lieblingsmensch“. In Namikas Hit kann man lernen, was es bedeutet, für den anderen da zu sein. Sie schrieb das Lied, um sich bei jemandem zu bedanken, der ihr nah steht. „Auch wenn ich schweig’, du weißt Bescheid. Ich brauch gar nichts sagen, ein Blick reicht“, heißt es im Text. Mittlerweile hat Namika ihrem Lieblingsmenschen verraten, dass das Stück für ihn ist. Erkannt hatte er oder sie das bis dahin nicht: „Es gab keine übertriebenen Tränen, aber einen anerkennenden Blick“, sagt Namika, die die Identität der Person nicht öffentlich machen will. Ist ja auch ihr Lieblingsmensch.

Das Album 

Thematisch ist „Nador“ sehr facettenreich. Es geht um „die goldenen Neunziger“, wie Namika die Zeit nennt, in der sie aufwuchs und in der man noch bei den Freundinnen klingelte, statt eine WhatsApp-Nachricht zu schreiben. „Meine Schuld“ handelt von einem trinkenden und schlagenden Stiefvater einer Bekannten. „Meine Jugend war nicht nur glücksbärchenglücklich“, sagt Namika, die mit der Musik von Lauryn Hill und Missy Elliot aufgewachsen ist. Das hört man.

Im Vergleich zu ihren Zeiten als Hän Violett klingt Namika aber viel sanfter. Vor einigen Jahren reckte sie im Video noch den Mittelfinger in die Kamera und trug „Fuck the Police“-Shirts. „Ich bin vom angry girl zur Frau geworden“, sagt Namika.

Die Heimat 

Im Titelstück, das nach der Heimatstadt ihrer Großeltern benannt ist, geht es darum, dass Namika in Deutschland oft nur „die Marrokkanerin“ war, während sie in Nador als „die Deutsche“ galt. „Das hat mich traurig gemacht“, sagt Namika: „Ich bin genauso deutsch wie jeder andere.“ Für diesen Konflikt hat sie im Lied die schöne Zeile gefunden: „In meinen Träumen fließt der Main in das Mittelmeer.“ Wir sind doch alle zum Großteil aus Wasser.

Die wichtigsten Infos zum Thema zum Nachhören in unserer Radio-HNA-Soundcloud:

Zur Person

Geboren:  1991 in Frankfurt als Hanan Hamdi. Ihre Großeltern waren aus der marokkanischen Küstenstadt Nador nach Deutschland ausgewandert.

Ausbildung: Abitur an einer Frankfurter Sporteliteschule, wo sie Handball spielte, zwei Semester Philosophiestudium in ihrer Heimatstadt.

Karriere:  Schrieb bereits als Schülerin Gedichte und veröffentlichte als Rapperin Hän Violett 2013 ein Mixtape. Ihr Album „Nador“ ist beim Sony-Label Jive erschienen.

Privates: Lebt in Frankfurt und plant demnächst eine Weltreise - mehr verrät Namika nicht über sich.

Kulturzelt Wolfhagen

2. Juni: Willy Astor

3. Juni: Matze Knop

4. Juni: Gregor Meyle

5. Juni: Herbert Knebel

6. Juni: Namika

7. Juni: Badesalz

8. Juni: Albert Hammond

9. Juni: Doro

10. Juni: Kurt Krömer

11. Juni: Johannes Oerding

Ort:  Stadtpark Teichwiesen.

Tickets: 0561/203-204. www.hna-kartenservice.de, www.kulturzelt.de

Namika tritt am 19. 8. auch beim Göttinger Open-Air-Festival im Kaiser-Wilhelm-Park auf.

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