Die USA von Franklin bis Michael Jackson

Kasseler Musiktage: Performance im Fridericianum 

Vier an einem Cello: (von links) Kristina van de Sand, Lisa Stepf, Kathrina Hülsmann und Katharina Pfänder. Foto: KMT/nh

Kassel. Als Lady Liberty verkleidet zogen die vier Musikerinnen des Quartetts Plus1 in die Kunsthalle Fridericianum ein: In langen Gewändern, kupferfarben geschminkt und mit Kupfermünzen im Haar. Dazu spielten sie auf den leeren Saiten umgestimmter Instrumente die Intrada des Streichquartetts von Benjamin Franklin - der amerikanische Unabhängigkeitspolitiker und Erfinder des Blitzableiters hat auch komponiert.

Mehr Performance als Konzert war dieser Auftritt des Quartetts Plus1 bei den Kasseler Musiktagen. Und eine Feier für die gerade 125 Jahre alt gewordene New Yorker Freiheitsstatue, von der zurzeit als eine Arbeit des vietnamesischen Künstlers Danh Vo Teile als riesige Kupferfragmente im Fridericianum gezeigt werden - 29 Tonnen Kupfer insgesamt.

Etwas schräg in der Harmonik kommen Franklins Quartettsätze herüber, die an Tanzlieder erinnern. Auf andere Weise ungewohnt und rhythmisch mitreißend klangen die sechs Sätze der „American Jesus Suite“ von Stefan Wurz. Der 47-Jährige hat mehrere Rockmusicals komponiert und in diesem Stück Songs des King of Pop, Michael Jackson, verarbeitet.

Die 80 Zuhörer, die pro Vorstellung zugelassen waren, wurden dann von Katharina Pfänder und Kristina van de Sand (Violinen), Katharina Hülsmann (Viola) und Lisa Stepf (Violoncello) auf eine klingende Reise durch die Ausstellungsräume mitgenommen, in deren Verlauf sich die vier Akteurinnen in Michael-Jackson-Figuren verwandelten.

Als Höhepunkt der Performance in der Rotunde wurde eine Violine in kleine Teile zerbrochen und ans Publikum verteilt. Danach bestritten die vier Musikerinnen den Finalsatz „four on the cello“ gemeinsam am Cello - drei zupften auf je einer Saite, und die Cellistin strich die vierte. Ein augenzwinkernder Gruß an Amerika.

Von Werner Fritsch

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