Die Formation „Julie Et Moi“ gastierte im Kulturzentrum Schlachthof mit Chansons voller Charme und Gefühl

Französische Melancholie in neuen Kleidern

Vom Publikum gefeiert: Julie Lenormand und Drummer Daniel Duchowney. Foto: Fischer

Kassel. Wer „Die fabelhafte Welt der Amelie“ gesehen hat, jenen französischen Film mit der anmutigen Audrey Tautou und der sanft strahlenden Musik, der wird sich auch von Julie Lenormand und ihrer fabelhaften Welt verzaubern lassen. Die französische Sängerin und Songschreiberin gastierte mit ihrer Band „Julie Et Moi“ im gut gefüllten Schlachthof.

Französische Chansonkultur trifft auf Rhythmus und Einflüsse, die zwischen Paris, dem indischen Ozean und der Karibik pendeln. Klingt, als würde der Geist des Chansons etwas verfremdet werden – ist aber nicht so. Orientierungspunkt ist und bleibt für die in Paris lebende Künstlerin das Chanson, seine Melancholie, sein Charme, seine Eindringlichkeit.

Im Mittelpunkt steht ihre dunkelschöne Stimme und ihr einfühlsames Akkordeonspiel. Die Band begleitet dezent. Während Gitarrist Guillaume Heiser sich auf Akkordbegleitung beschränkt oder helle Banjo- Kontrapunkte setzt, übernimmt Stéphane Daneudes mit dem Helikon, einer Art Tuba, die Aufgaben eines Basses. Perkussionist Daniel Duchowney sorgt mit puristischem Spiel für den Puls der Musik. Das Ergebnis ist ein Klangbild, das charmant dahingleitet und viel Gefühl hat.

Auch die Texte schreibt Julie. Vom Leben als Reise und von Reisenden, die an ihrem Lebensgepäck schwer zu tragen haben, erzählen ihre Lieder. Bei den Ansagen dominierte der Humor. Julies Deutsch war der Grund: „Aaabt ihr das verstandö?“ Das Publikum lachte, Julie ebenfalls. Beim Schlussapplaus hörte man zahlreiche Besucher „Superbe, Superbe“ rufen. Die Band bedankte sich mit zwei Zugaben.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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