Der Kabarettist Uli Masuth trat mit seinem Programm „Ein Mann packt ein“ im Piazza Vellmar auf

Frauen geben den Ton an

Erzählte von geplagten Männern: Kabarettist Uli Masuth im Piazza in Vellmar. Foto:  Schoelzchen

Vellmar. Kämpft der Gute, aber Kleine gegen den großen Bösen, denkt man an David und Goliath. Wenn eine Bühnenfigur dabei statt mit einer Stein-, mit einer Wortschleuder Maß nimmt, an Kabarett.

Heißt der Gegner jedoch „Frau“, ist die Niederlage schon in den Genen programmiert. Doch: Was kann es Unterhaltsameres geben, als sich eine Niederlage schönzulachen? So jedenfalls sieht es der Kabarettist Uli Masuth und schiebt die Konsequenz gleich hinterher: „Ein Mann packt ein“, nennt er sein aktuelles Programm, mit dem er am Freitag im fast ausverkauften Piazza in Vellmar das Publikum bestens amüsierte.

Man könnte sein Programm für Realitätsspiegelung halten. Der Schauplatz seiner Reflexionen könnte eine Party sein. Der Uhrzeiger hat viele Umdrehungen hinter sich, die Getränke ebenfalls, und so sitzt „Mann“ locker in einer Runde mit Gleichgesinnten und palavert fröhlich drauflos. Persönlich, ironisch, zynisch - was ihm grade so in den Sinn kommt. Bei Masuth ist es die Übermacht „Matriarchat“. „Frauen geben den Ton an.“ Der „Mann“ ist nur noch „Arbeits- und Bezahlsklave“. Schlecht auch für seine Potenz, denn das Vorspiel findet heute nicht mehr im Restaurant statt, sondern zwingt Mann, selbst zu kochen.

Die Konsequenz: „Der ist davon so geschafft, dass er schon nach der Nachspeise fragt: Wie war ich?“ Und die Balzwerkstatt Tanz? „Beim Tango forderte Frau Masuth, ich solle führen. Das bin ich doch gar nicht mehr gewöhnt.“ Auch die Statistik sieht nicht gut aus: „Männer haben die meisten angeborenen Behinderungen und die höchste Sterblichkeit als Säugling.“

Da helfen nur noch Gefühle, meint der Geplagte, setzt sich an das Klavier und fordert: „Sagen Sie mir, was Sie bei dieser Musik fühlen.“ Eine Antwort: „Die Liebe des Tierpflegers für den Eisbären Knut.“ Lautstarker Applaus von allen - am lautesten gelacht aber haben die Vertreter des „Matriarchats“.

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