Interview: Semino Rossi über seine Erfolge als Schlagersänger, Koch und Rettungsschwimmer

„Frauen sind vernünftiger“

Der Titel von Semino Rossis aktuellem Album „Die Liebe bleibt“ ist Programm. Der Liebe seiner weiblichen Fans kann sich der argentinisch-österreichische Schlagersänger sicher sein. Am 13. November gastiert der Frauenschwarm mit seiner Band in der Kasseler Stadthalle. Wir sprachen mit dem 48-Jährigen am Telefon.

Herr Rossi, Sie sind 20 Jahre lang auf der Straße und in kleinen Clubs aufgetreten. Haben Sie stets an Ihren Durchbruch geglaubt?

Semino Rossi: Ich habe daran geglaubt, dass mein Moment kommen wird. Ich habe nicht geglaubt, dass ich mal vier Millionen CDs verkaufen kann. Das war auch nicht mein Ziel. Ich habe schon als Kind gebetet, dass der liebe Gott mich Sänger werden lässt, der sein Publikum erfreut. Aber nicht in diesen Dimensionen. Ein kleines Theater mit aufmerksamen Zuhörern hätte auch gereicht.

Als Argentinier sind Sie mit einer ganz anderen Musik aufgewachsen. Reizt es sie nicht, den Menschen hierzulande mal die Musik Ihrer Heimat näher zu bringen?

Rossi: Ich werde mir diesen Traum erfüllen. Im November 2011 werde ich ein Konzert vor den Iguacu-Wasserfällen mit spanisch gesungenen Liedern für meine argentinischen Landsleute geben. Die CD dazu wird auch in Deutschland erscheinen.

Götz Alsmann hat einmal gesagt, Sie seien so nett, liebenswert und freundlich, dass man misstrauisch werden muss. Sind Sie wirklich immer so gut aufgelegt?

Rossi: Ich kann sehr deutlich meine Grenzen aufzeigen und Menschen klar machen, wenn ich etwas nicht will. Ich habe meine Standpunkte, und die vertrete ich mitunter auch hartnäckig. Was meine Freundlichkeit betrifft, so ist es mir egal, ob ich jetzt mit Ihnen spreche, mit einem argentinischen Minister, der Frau im Bäckerladen oder meinen Musikern. Sie alle sind Menschen und verdienen einen respektvollen Umgang. So habe ich es gelernt und so wird es bleiben.

Kollegen, die Sie auch privat kennen, sagen: „Er hätte auch als Koch Karriere machen können“. Was sind denn Ihre Spezialitäten?

Rossi: Ich bereite gerne eine Paella zu. Ob ich ein guter Koch bin, müssen andere entscheiden. Für mich ist Kochen etwas, um nach dem Berufsstress abzuschalten, indem ich mich auf etwas anderes konzentrieren kann.

Wie erziehen Sie Ihre beiden Töchter, die ja wissen, dass Papa genug Geld verdient, um ihnen jeden Wunsch zu erfüllen?

Rossi: Kinder imitieren die Erwachsenen. Ich trage keine goldene Uhr, fahre kein Luxusauto, gehe normal einkaufen. Meine Frau arbeitet nach wie vor als Hebamme. Das Leben würde ihr nur halb so viel Freude bereiten, wenn sie das nicht mehr könnte. Inzwischen zwar nur noch halbtags für 700 Euro im Monat, weil ich halt nicht mehr so oft zuhause sein kann wie früher, aber sie liebt ihren Beruf. Diese Normalität erleben auch die Kinder so. Wir fahren eine ganz normale Familienkutsche, einen deutschen Mittelklassewagen. Es gibt nichts, was uns von jeder anderen Familie unterscheiden würde.

Sie waren in Argentinien Rettungsschwimmer. Haben Sie Badenden das Leben gerettet?

Rossi: Oh ja, vielen Männern und Kindern. Merkwürdigerweise habe ich nie einer Frau das Leben gerettet. Ich glaube, Frauen sind vernünftiger und gehen nicht so leichtfertig bei bestimmten Strömungen oder an gefährlichen Stellen ins Wasser.

Wie viel Zeit brauchen Sie vor einem Konzert oder einem Fototermin, bis Ihre Haare in dieser einzigartigen Semino-Rossi-Lockenform liegen?

Rossi (lacht): Das geht wie bei einem Pudel, der ins Wasser gesprungen ist - Haare nass, einmal durchgeschüttelt, fertig. Die werden weder gestylt noch gefärbt, das ist reine Natur.

Semino Rossi: Die Liebe bleibt (Koch/Universal).

Semino Rossi tritt am 13. November, 20 Uhr, in der Kasseler Stadthalle auf. Tickets beim HNA--Kartenservice, Tel. 0561/203 204.

Von Wilhelm Ditzel

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