Freiluft-Festival im Exil: Mind The Gap im K19

Hauptact des Abends: The Intersphere mit Sänger und Gitarrist Christoph Hessler. Foto: Zgoll

Kassel. Stimmung und Ambiente im K 19 entsprachen Samstagabend eher einem Studiokonzert als einem Festival.

Das Mind-The-Gap-Festival des Schlachthofs, das in diesem Jahr zum wiederholten Mal nicht wie gewohnt im Nordstadtpark stattfinden konnte, war in ein Indoor-Event umgewandelt und in den studentischen Club verlegt worden.

Hier eröffnete die Kasseler Band Heinrich II vor rund 50 Gästen das Programm mit melodischem Rock und deutschen Texten. La Confianza aus Oberfranken gaben Vollgas mit einer gelungenen Fusion aus hartem Rock und Rap. Songs wie „Löschpapier“ und „Zeitgeist“ peitschten dem Publikum mit sattem Sound und gezielten Wortsalven ein, wobei Sänger Pablo auch schon mal energiegeladen von der Bühne sprang und direkt zwischen den Zuschauern weitermachte.

Gesanglich ließ er dabei phasenweise an den Sänger Rainer von Vielen denken, von dem er bewusst stimmliche Elemente übernommen hat.

The Intersphere, eine der derzeit angesagtesten Alternative-Bands und inoffizieller Hauptact des Abends, sorgten mit mitreißendem Crossover-Sound in der Tradition von Rage Against The Machine und Incubus bei den Gästen für gute Stimmung. Weniger einheizend als die Vorgängerband, gelang es ihr, das Publikum auf subtile Weise und wohldosiert zu begeistern. Dabei fiel das technisch ausgereifte Zusammenspiel der vier Musiker auf. Mit ihrer Zugabe setzten sie einen ausgiebig bejubelten Schlussakkord – die angekündigte Aftershow-Party musste wegen Erkrankung des DJs leider ausfallen.

Wirklich vergleichen kann man beide Veranstaltungen nicht. Was früher umsonst und draußen war, ist jetzt drinnen und kostet Eintritt. Wen dieser Kompromiss nicht störte, der konnte jedenfalls tolle Musik genießen. Eben anders.

Von Johanna Wohlkopf

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