Jana Dushevin hat Ballettschule zu einer der angesehensten Tanzadressen gemacht

Proben für den Auftritt am Sonntag im Schauspielhaus: Ballettlehrerin Jana Dushevin (Mitte) mit ihren Schülerinnen Nejla Kicin (links) und Mariella Herfurth. Foto: Fischer

Kassel. Es ist ungewöhnlich, wenn man Jana Dushevin zum ersten Mal mit ihren Ballettschülerinnen reden hört. Die Lehrerin siezt ihre Schützlinge. „Gehen Sie jetzt an die Stange“, sagt sie zu den 13-Jährigen, die dann ganz diszipliniert ihre Übungen vor dem Spiegel machen.

Jana Dushevin ist alte russische Schule. Als Zehnjährige wurde sie in St. Petersburg, das damals noch Leningrad hieß, an der Vaganova Ballett Academy streng unterrichtet, später schaffte sie an der dortigen State University of Culture and Arts ihren Abschluss als Ballettmeisterin, Lehrerin und Choreografin. Und in den vergangenen zwölf Jahren hat sie mit ihrem Mann Valery die Ballettschule Dushevin’s zu einer der angesehensten Tanzadressen in Kassel gemacht.

Das Sie ist in ihr drin. „Ich kann mich nicht mehr umstellen“, sagt die 40-Jährige, die heute anders unterrichtet, als sie es einst gelernt hat: „Mit einem Lob kann man viel mehr erreichen.“ Einmal im Jahr erhalten die 150 Schüler ganz besonderes Lob, wenn sie zur Gala im Staatstheater auftreten wie an diesem Sonntag. Dann tanzen sie im Opernhaus „La Fille mal gardée“, eines der ältesten klassischen Ballette. „Es ist ein leichtes Stück, das die Zuschauer zum Träumen bringt“, sagt Jana Dushevin, und ihre Augen leuchten.

Die Tochter einer Volkstänzerin sowie eines Musikers und Schauspielregisseurs hat sich ihre Träume längst erfüllt. Sie war die einzige Russin im renommierten Artistik-Team der polnischen Armee und tanzte Solorollen auf Warschauer Operettenbühnen. Und sie wollte mit ihrem Mann die Welt sehen. 1994 gingen sie nach Deutschland. Valery tanzte in Hildesheim und Karlsruhe, Jana brachte Sohn Maksim zur Welt, und 1998 zog die Familie nach Kassel, wo Valery Solotänzer am Staatstheater wurde.

Zu so einer Karriere gehört viel Disziplin, die sie auch ihren Schülerinnen vermittelt. Die Gruppe der 13-Jährigen trainiert dreimal in der Woche, um erfolgreich auf der Bühne zu stehen. „So ein Auftritt ist mit nichts zu vergleichen“, sagt Jana Dushevin, die Kassel längst ihre „Herzensstadt“ nennt und nicht versteht, warum manche Kasseler ihre Stadt schlechtreden: „Es ist doch so schön hier.“ Mit Kassel ist Jana Dushevin auf Du und Du.

La Fille mal gardée: Sonntag, 18.30 Uhr, Opernhaus. Karten unter 0561/1094-222.

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